Bauhaus-Universität Weimar

Beitrag zur Kenntnis der Cystinurie. 
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Natronlauge eine Schwärzung von Schwefelblei, ein Umstand, 
der daraul deutet, daß jeder normale Harn Spuren von Cystin 
enthält, oder wenigstens von einem Körper, der sowohl' un- 
üxvdierten Schwefel wie eine Amidogruppe enthalten muß, weil 
doch hier die Fähigkeit mit Benzoylchlorid zu reagieren an 
eine Amidogruppe gebunden ist. 
v. Udranszky und Baumann fanden auch dieselben Pto¬ 
maine in den Faeces des Cystinpatienten. Ich verarbeitete 5 
verschiedene Portionen Faeces genau nach den Angaben ge¬ 
nannter Forscher, konnte aber keine Benzoylptomaine'isolieren. 
Die verschiedenen Autoren, die über Cystinurie gearbeitet 
haben, haben ein besonderes Cewicht darauf gelegt, ein Ver¬ 
fahren zur quantitativen Bestimmung des Cvstins zu’ ersinnen 
Dies war aber, wenigstens zu der Zeit, wo ich meine Unter- 
suchuu^en ausführte, nicht gelungen.1) 
Was zunächst die Fällung des Cystins betrifft, so läßt sich 
Voraussagen, daß es sich als Säure am besten durch eine der 
stärksten Säuren, z. B. Salzsäure auslallen lassen muß. Fs be¬ 
sitzt aber wegen seiner beiden Amidogruppen auch schwach 
basische Eigenschaften, weshalb es mit starken Säuren Salze 
zu bilden fähig sein wird. Daraus ergibt sich, daß die Fällung 
mit einer der schwächeren Säuren, z. B. Fssigsäure, bewerk¬ 
stelligt werden muß. Dies ist ja auch schon längst empirisch 
herausgelunden. Wie zu erwarten, ist aber die Fällung lange 
nicht vollständig. So konnte ich, wie oben angeführt, aus einem 
mit Essigsäure ausgefällten Harn noch Benzoylcystinnatrium 
gewinnen, und bei der weiter unten mitgeteilten Versuchsreihe 
erhielt ich nie eine Fällung von Cystin mit Essigsäure, trotz¬ 
dem letzteres vorhanden war. 
Was nunmehr die Benzoylierungsmethode von Baumann 
und v. Udranszky betrifft, so liefert sie, wie es aus dem oben 
s,i„ „.').JetZl T! 1a"erdm«s “««« Methoden angegeben. Von diesen 
lieint die von Abderhalden (Diese Zeitschrift, ltd. XXXVIII S 'nKi 
angewandte Fällung durch ß-Naphtalinsulfochlorid nach der allgemeinen 
(H. ,"nd? f.a Tg VOn Aminosäur<>n von K. Fischer und Hergell 
lü sein. ' BJ XXXV- S- 17) ,’<;S,’n,Jm ™**»«i|
        

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