Bauhaus-Universität Weimar

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Karl Müller, 
Vorkommen und durch seine höhere Verseifungszahl von den 
übrigen untersuchten ätherischen Oien der Lebermoose ab. 
Seiner chemischen Zusammensetzung nach besteht es aus 
zwei Alkoholen von der Formel G15H260, die vielleicht die 
optischen Antipoden darstellen. Ein Kohlenwasserstoff — ob 
Terpen oder Sesquiterpen, bleibt eine offene Frage — ist ebenfalls 
vorhanden, der Alkohole halber aber schwer rein zu bekommen! 
01 aus Madotheea levigata (Schrad.). 
Obwohl Madotheea levigata bei uns nicht häufig ist, 
wenn auch nicht so selten, wie die vorige Art, habe ich sie 
trotzdem als weiteres Objekt zur Untersuchung ausgewählt. 
Der Anlaß dazu war folgender. Lindberg1) hat schon im 
Jahre 1 Ht»2 über das 01 dieses Lebermooses berichtet. Nach 
ihm ist es milchartig, undurchscheinend, destilliert merkbar (‘ist 
über 100 °. Es ist schwer flüchtig, was sich aus der lang¬ 
samen Verdunstung eines Tropfen Öles auf Papier ergab, das 
den starken Geruch lange Zeit beibehält. In Wasser soll das. 
Öl untersinken. Sein Geschmack ist scharf und lang haftend. 
Lindberg schließt mit folgenden Worten: «Möglicherweise 
variiert das 01 bei verschiedenen Arten von Lebermoosen, im 
allgemeinen- dürfte die Veränderlichkeit doch keine große sein, 
da der Geschmack bei allen, die Schärfe ausgenommen, sehr 
ähnlich zu sein scheint.» 
Die nachfolgenden Untersuchungen werden zeigen, daß 
Lindbergs Angaben nur teilweise der Wirklichkeit entsprechen. 
Lindberg hat eben mit weitaus geringeren Mengen gearbeitet 
als ich, deshalb seine abweichenden Angaben. 
Das von mir benutzte Moos stammte aus dem oberen 
Donautal und aus dem Isartal bei München.2) Es wurde an 
M Lindberg. «Flora», 1802, S. 545. 
* Im Donaulai zum Teil von mir. hauptsächlich .aber von meinem 
Freund R. Neumann gesammelt. Aus dem Isartal, wo die Pflanze, wie - 
ich mich selbst überzeugen konnte, sehr häufig ist, erhielt ich sie kilo¬ 
weise von Herrn Hauptlehrer M. Schinnerl in .München, dem ich auch 
hier meinen besten Dank für die gehabte grobe Mühe auszusprechcn 
nie lit versäumen will.
        

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