Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die chemische Zusammensetzung der Zellmembranen bei verschiedenen Kryptogamen
Person:
Müller, Karl
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18213/23/
Die chemische Zusammensetzung der Zellmembranen 
usw. 
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übrig lassen. Line kurze Notiz gibt Gjokic,1) der durch 
mikrochemische Reaktionen feststellt, daß bei Leber- und Laub¬ 
moosen die Zellwände aus Zellulose und Pektinstotten bestehen. 
Später beschrieb Czapek2) bei Laubmoosen einen aromatischen 
Zellwandbestandteil, das Sphagnol, das auch in Lebermoosen 
von ihm nachgewiesen wurde. 
Ls war von vornherein wahrscheinlich, daß in der Zu¬ 
sammensetzung der Zellwände verschiedene Arien keine grollen 
Unterschiede zeigten, was auch durch die nachstehenden Lnter- 
suchungen bestätigt wurde. Die Membranbestandteile beider 
untersuchten Arten sind genau die gleichen. Mit .lodlüsung und 
Schwefelsäure färben sich die Wände dunkelblau, mit Ausnahme 
der Mittellamellen. Nach einigen Autoren soll die Blaufärbung 
nicht immer gleich eintreten. Bei Trichoeolea z. B. konnte 
ich keine reine blaue Farbe erhalten, sondern eine grünblaue. 
Vielleicht rührt das von Czapeks Sphagnol her. Aus Material¬ 
mangel konnte ich keine makrochemische Analyse der bei dieser 
Art vorhandenen Zellwandstoffe ausführen. 
Die wahre Zellulose besteht, wie es scheint, bei den'Lebor- 
moosen nur aus Dextrosozellulose, im Gegensatz zu den Laub¬ 
moosen, wo Winterstein,3) wenigstens bei -einer Art, auch 
Mannose nachgewiesen hat. 
Interessant ist der relativ große (iehalt der untersuchten 
Pflanzen an Pentosanen. Beim Sammeln des Materials wurden 
I flanzen mit stark verdickten Zellecken ausgewählt, da ich in 
den Verdickungen Hemizellulosen vermutete. Die Lrvvartung 
erwies sich z. T. als richtig, denn Pentosane konnten reich¬ 
lieh nachgewiesen werden, aber sie sind in den Zellverdickungen 
offenbar zusammen mit der echten Zellulose vorhanden, da die 
Verdickungen nach dem Kochen mit verdünnter Schwefelsäure 
nicht kleiner geworden waren. Bei der Identifizierung der 
Pen tosen wurde nur auf Arabinose und Xylose Rücksicht ge¬ 
nommen, doch ist es nicht ausgeschlossen, daß vielleicht noch 
andere Pentosen in den Lebermoosen Vorkommen. 
•J Rjokic. Osten*, hot. Zeitschr., 1*M, S. 830— 331. 
*j Czapek. «Flora», IHM, S. 3t;j. 
) Winterstein, Diese Zeitschrift, Fht. XXI, S. 152 OHM).
        

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