Bauhaus-Universität Weimar

Über die Eiweißverdauung im Magen. 
Von 
Ludwig Tojhler. 
Aus iltr Kinderklinik /u lleidelherjr. Direktor: 1 “rof. 0. Vierordt.i 
Der Deduktion Zugänge» am 20. Mai iyo.">.) 
Die Unzahl der Arbeiten, die sieh um die experimentelle 
und klinische Pathologie der Magenfunktion bemühen, führen 
uns die schwachen Fundamente, auf denen unentwegt weiter¬ 
gebaut wird, immer wieder vor Augen. Denn unser Wissen 
über die Physiologie der Verdauung ist noch voller Lücken. 
Wir kennen nachgerade eine ansehnliche Reihe von Dingen, 
die hierbei geschehen können, unter Bedingungen, die wir zwar 
beliebig zu wählen, aber kaum je physiologischem Geschehen 
gleichzugestalten vermögen : was in Wirklichkeit vorgeht, 
schließen wir bloß indirekt, lind es ist doch sehr wahrschein¬ 
lich. daß das Gesamtbild vom Verdauungsprozeß, das wir aus 
Detailkenntnissen über die motorische undsekretorischc.Funktion 
des Magens konstruieren, arge Mängel und Fehler aufweist, 
und eine noch so geringfügige Bereicherung unseres Wissens 
über die Physiologie der Verdauung ist häufig imstande, eine 
Menge auf ungenügender Basis aufgebauter Arbeit hinfällig 
zu machen. 
Nahezu vollständig versagen unsere Kenntnisse, sowie nach 
quantitativen Begriffen gefragt wird. Speziell ist über das 
tatsächliche Endergebnis der Magenarbeit so gut wie nichts 
Zuverlässiges bekannt. Vielleicht deshalb und ermutigt durch 
Mitteilungen der Chirurgen über günstige funktionelle Resultate 
nach ausgedehnten Magenresektionen neigen wir eher dazu, dje 
Wichtigkeit der Magenfunktion zu unterschätzen und das Organ 
vorwiegend als Nahrungsreservoir zu betrachten, das hei ent¬ 
sprechend geregelter Nahrungszufuhr oder eventuell durch Aus¬ 
weitung des nächstfolgenden Darmabschnittes leicht entbehrlich 
werde. Und doch können wir uns kaum vorstellen, - daß eine 
so komplizierte und eigenartige Organisation, als die wir den 
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