Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zu den Versuchen von Jones, Partridge und Winternitz über das Fehlen des Guanin zu Xanthin umwandelnden Fermentes in Milz und Leber des Rindes
Person:
Schittenhelm, Alfred
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18204/6/
Zu den Versuchen von Jones, Partridge und Winternitz. 157 
oder Alkali in ihrer Gesamtheit nicht beeinflußt. Die Um¬ 
setzung verläuft aber weniger vollständig, wenn das Guanin 
in ungelöster Form zugegeben wird, wenn sie auch, wenigstens 
in dem größeren Teil der Versuche, trotzdem eine ganz aus¬ 
giebige war. Man muß dabei jedenfalls als förderndes Agens 
in Betrapht ziehen, daß durch die mechanische Bewegung, 
welche in der Reaktionsflüssigkeit durch die Luftdurchleitung 
beständig hervorgerufen wurde, die Lösungsbedingungen wesent¬ 
lich verbessert werden. Jedenfalls kann es gar keinem 
Zweifel unterliegen, daß das Guanin, wie es auch zu¬ 
gesetzt werden mag, vom Milzextrakt resp. dessen 
Fermenten zu Harnsäure umgesetzt wird, und die not¬ 
wendige Folgerung davon ist, daß derselbe auch eine 
•Guanase> enthalten muß und sogar, im Hinblick auf 
den quantitativen Verlauf der Reaktion, eine sehr wirksame. 
Daß in der Milz in der Tat ein Ferment existiert, welches 
Guanin in Xanthin umwandelt, habe ich schon in meiner 
früheren Mitteilung durch mannigfache Versuche erwiesen und 
es gelang mir sogar ohne weiteres, mittels der fraktionierten 
Sättigung durch Ammonsulfat einen Weg zu finden, auf dem 
das Ferment, wenn auch nicht in reinem Zustand, so doch in 
einer relativ einfach zusammengesetzten wässerigen Lösung in 
wirksamer Form isoliert werden kann. Obwohl eigentlich aus 
den vorstehenden Versuchen über die Harnsäurebildung schon 
sicher hervorgeht, daß auch bei der Versuchsanordnung von 
Jones und seinen Mitarbeitern, also bei Zugabe des Guanins 
m Form des Hydrochlorates, eine Umsetzung in Xanthin er¬ 
folgen muß, so habe ich doch, um jeden Zweifel zu belieben, 
den folgenden Versuch angesetzt. Ich stelle demselben einen 
weiteren Versuch gegenüber, in welchem das Guanin nach 
meiner Art in natronalkalischer Lösung zugegeben wurde, damit 
man sieht, ob und wie sehr der quantitative Verlauf abhängig 
ist von der Form, in der das Guanin zugegeben wird. 
Versuchsreihe II. 
a) 100 g Milzextrakt wurden mit 0,45 g in Wasser auf- 
geschwemmten Guaninchlorhydrats, dessen Säure-vor dem
        

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