Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Liste 61: Der Drehstuhl nach Prof. R. W. Pohl
Person:
Spindler & Hoyer
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18147/3/
SPINDLER & HOYER G. m.b.H. GÖTTINGEN 
/iS 
Abb. 174 
Abb. 175 Abb. 238 
Abb. 239 
II. Das Karussell mit großem Trägheitsmoment. 
Die Zentrifugalkraft kann der Beobachter im Drehstuhl an einer Kugel 
feststellen, die er vor sich frei auf den Tisch legt (Abb. 174) oder an einem 
Galgen aufhängt (Abb. 175). Körper, in einer mit Flüssigkeit gefüllten Küvette 
auf die Grundplatte des rotierenden Stuhles gestellt (Abb. 238), zeigen den durch 
die Zentrifugalkraft bewirkten Auftrieb (Prinzip der Zentrifugen). Die radiale 
Zirkulation, die infolge des Zusammenwirkens von Zentrifugalkraft und innerer 
Reibung in Flüssigkeiten auftritt, zeigt man ebenfalls mit einer Küvette (Abb. 240), in 
der sich außer der Flüssigkeit noch irgend ein leicht beweglicher Bodensatz befindet. 
Das gleichzeitige Auftreten von Zentrifugalkraft und Corioliskraft bei 
Bewegungen im beschleunigten Bezugssystem, das zum Beispiel die Wirkungs¬ 
weise der hydrodynamischen Kupplung (Abb. 242) erklärt, beobachtet man an 
der Ablenkung und Krümmung einer Kerzenflamme (Abb. 239) Subjektiv fühlt 
der Beobachter die Corioliskraft überraschend stark, wenn er, im rotierenden 
Drehstuhl sitzend, den mit einer Hantel beschwerten Arm ausstreckt (Abb. 182). 
Zur objektiven Vorführung der gleichen Kraft dienen folgende Versuche: 
1. Der Beobachter im Drehstuhl schießt mit einer Luftpistole gegen eine 
Scheibe, das eine Mal, wenn der Drehstuhl in Ruhe, das andere Mal, wenn er 
in Bewegung ist (Abb. 176). Das Geschoß wird gegen den Drehsinn zur Seite 
abgelenkt (Abb. 177). 
2. Der Beobachter gibt ein zum Aufzeichnen der Bewegung eingerichtetes 
Schwerependel bei konstanter Winkelgeschwindigkeit frei, nachdem es zunächst 
aus der Ruhelage entfernt war (Abb. 178). Das Pendel zeichnet Rosettenbahnen 
(Abb. 179), wie sie in sehr viel längerer Zeit ein Foucault-Pendel beschreiben würde. 
3. An dem Tisch als „Globus" wird vor dem Beobachter auf beliebigem 
„Breitengrade“ ein Fahrradkreisel als Kreiselkompaß befestigt und in Drehung ver¬ 
setzt (Abb. 180). Unter der Einwirkung der Corioliskraft stellt, sich die Figurenachse 
des Kompasses in Richtung auf die Drehachse des rotierenden Globus ein. 
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