Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Synthese "gepaarter Glukuronsäuren". (VIII. Mitteilung über Glukuronsäure)
Person:
Neuberg, Carl Wilhelm Neimann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18076/13/
12H N cuber g u. Neimann, Synthese «gepaarter Glukuronsäuren» 
Külz1) gelang es, die Phenolglukuronsäure in Substanz darzu- 
stellen, als er Phenol an Kaninchen, also an Pflanzenfresser, 
verfütterte, bei denen, wie wir heute wissen, die physiologische 
(ihikuronsäurepaarung am vollständigsten ist. Aus der Blei¬ 
essigfüllung der Phenolharne isolierte er eine gut kristallisierende 
Säure, die bei der Spaltung Phenol und Glukuronsäure lieferte: 
ihr Schmelzpunkt lag ungefähr bei 118 ”, ließ sich aber nicht 
mit voller Sicherheit ermitteln, da die Substanz sich schon bei 
niedriger Temperatur stark zersetzte. Aus den analytischen 
Paten dieser Verbindung berechnete Külz die’Formel C12H1607. 
Fine derartige Verbindung ist nun überhaupt nicht zum Zerfall 
in Phenol und Glukuronsäure befähigt: wahrscheinlich hat Külz 
ihren Wasserstolfgeludt um zwei Atome zu hoch angenommen 
(Cfiilfto7 + cfHäon - H.,o = e12n14o7). 
In der Tat kommt der künstlich dargestellten Phenol¬ 
glukuronsäure auf Grund der Synthese sowie ihrer analytischen 
Paten die von der Theorie verlangte Zusammensetzung C12HnG7 
zu. Pa Külz keine Angaben über die spezifische Drehung 
seiner Substanz gemacht hat, so muß angesichts der verschie¬ 
denen kleinen Differenzen die Frage nach der Identität der 
synthetischen und natürlichen Phenolglukuronsäure vorläufig 
offen gelassen werden; sie wird sich durch den Vergleich der 
prachtvoll kristallisierenden Alkaloidsalze, insbesondere der 
Urne in Verbindung, entscheiden lassen. 
Pie beschriebene Synthese der gepaarten Glukuronsäure 
ist weiterer Anwendung fähig und wird zur Darstellung anderer 
physiologisch wichtiger Substanzen aus dieser Körperklasse 
dienen können. . 
') Zeitschr. f. Biologie, Bd. XXVII, $ 
218 (1890);
        

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