Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Herkunft der schwefelhaltigen Stoffwechselprodukte im tierischen Organismus. (II. Mitteilung)
Person:
Wohlgemuth, J.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18062/4/
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J. Wohlgemuth, 
der zweiten mit Sublimat gefüllten Flasche eine Trübung auf- 
getrctcn, die aber nur ganz allmählich stärker wurde und sieh 
schließlich zu einem weißen feinflockigen Niederschlag ver¬ 
dichtete. In der Kontrollprobe B hatte sich zwar ebenfalls 
bald (Jasentwieklung eingestellt, aber die Ouecksilberlösungen 
in den Absorptionsflaschen blieben die erstem 3 Tage fast voll¬ 
kommen klar, und erst von da ab trat eine leichte Trübung 
auf. die jedoch wenig Fortschritte machte. Nach 14tägigem 
Neben im Brutschrank halte sich nur ein ganz minimaler 
Niederschlag abgesetzt, während in der gleichen Zeit die Cystin¬ 
portion ganz beträchtliche Niederschläge in beide Quecksilber- 
lüsungen geliefert hatte. Nun wurde der Versuch unterbrochen, 
die in den Füulnisgemisehen noch befindlichen Gase durch 
mäßiges Krwärmen auf dem Wasserbad unter gleichzeitiger 
Dürchlcitung von Luft ausgetrieben und die Fäulnislösung der 
Cystinportion zur Untersuchung auf etwa in Lösung gegangene 
schwefelhaltige Produkte durch Filtrieren von ihrem Rückstand 
befreit. Dieser enthielt noch unverändertes Cystin, das durch 
Kxlraktion mit Ammoniak aus ihm isoliert und durch dieKristall- 
torm sowie die Schwefelbleireaktion als solches charakterisiert 
werden konnte. ..... Das Filtrat zeigte beim Kochen mit Salz¬ 
säure, im Gegensatz zu dem der Kontrollprobe ein ähnliches 
Verhalten wie der Kaninchenharn nach Cystinfütterung: es 
trat zunächst eine geringe, dann immer stärker werdende 
Trübung auf, bis sich dichte weiße Flocken im Reagensglas 
absetzten. Zur weiteren. Untersuchung wurden dieselben ab¬ 
filtriert, in Chloroform gelöst und durch langsames Verdunsten 
an der freien Luft aus Chloroform in Gestalt von kleinen 
weißen Nüdelchen wiedergewonnen. Dieselben verbrannten mit 
blauer Flamme unter Kniwicklung eines stechenden Geruchs 
und sublimierten. Ks war demnach in der Lösung unter- 
sehweflige Säure und zwar —- da Na2C03 derselben zugesetzt 
war — als Natriumsalz enthalten. Da nun, wie bereits be¬ 
tont, in der Kontrollprobe keine Spur von unterschwefligsaurem 
Natron zu konstatieren war, so ist hierdurch aufs neue 
der Beweis erbracht, daß das Cystin als die Quelle 
der unter-schwefligen Säure anzusehen ist.
        

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