Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Herkunft der schwefelhaltigen Stoffwechselprodukte im tierischen Organismus. (II. Mitteilung)
Person:
Wohlgemuth, J.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18062/2/
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J. Wollige Ulllth, 
auflriti ; sodann, «laß Mcrkaptan entstehen kann aus allen mög¬ 
lichen organischen Substanzen wie tierischen und ' pflanzlichen 
Nahrungsmitteln, wenn man sie mit Alkali zersetzt, und endlich 
bei den verschiedensten biologischen Prozessen. — Weit weniger 
unterrichtet ist man über die Entstehung von Athylsultid. 
Man weih nur aus den Untersuchungen von Abel,1) daß diese 
flüchtige, stark nach Knoblauch riechende Verbindung aus dem 
llundeharn beim Erhitzen mit Kalkmilch oder Atzkali sich ent¬ 
wickelt. Eine andere flüchtige, dem Athylsultid sehr ähnlich 
riechende Substanz fand Prechsel-) bei der Zersetzung der 
Eiweißkörper mit Salzsäure. 
Eber die Muttersubstanz der genannten Körper ist so gut 
wie nichts bekannt ; oder vielmehr, wie aus den obigen Dar¬ 
legungen hervorgeld, mn* so viel, daß sie im tierischen Or¬ 
ganismus falls sie nicht in der Nahrung bereits präformiert 
sind vorwiegend bei der Darmfäulnis aus Eiweiß sich entwickeln. 
Aus welchem Atomkomplex des Eiweißmoleküls sie aber her¬ 
stammen. darüber existieren bisher noch keine Untersuchungen. 
Nachdem nun frühere Versuche3) gezeigt haben, daß das 
Cystin im wesentlichen als die Quelle der Sulfate, des 
nicht oxydierten Schwefels und der unterschweflig¬ 
sauren Salze im Harn, besonders aber als die Quelle 
des Taurins in der (lalle4) anzusehen ist, schien es von 
Wichtigkeit, um in die noch dunkle Frage von der Herkunft 
der gasförmigen schwefelhaltigen Stoflwechselprodukte etwas 
Licht zu bringen. Fäulnisversuche mit Cystin anzustellen, und 
da dieselben in vivo nicht vorgenornmen werden konnten, 
mußte man sich begnügen, sie in vitro nachzuahmen. 
Das für diese Versuche notwendige Cystin war wie das 
zur Fütterung der Kaninchen verwandte aus Menschenhaaren 
nach Mörncrsö Methode durch Hydrolyse mit HCl gewonnen. 
Abel, t Mose Zeitschrift, Bd. XX. S. 253, 1895. 
Drechsel, Zentralbl. f. Physiol., Bd. X, S. 529, 1897. 
.1. Wohl g ein üth. Verhandlungen d. Gose Usch. Deutscher Naturf 
u. Ar/.te 1903, >. 123 und diese Zeitschrift, Bd. XL, S. 81, 1903. 
4| Ich benutze die Gelegenheit, um einen Druckfehler in der I. Mit¬ 
teilung 1 e.i zu berichtigen : statt V ist überall °/oo zu lesen. 
") K. A, Minner. Diese Zeitschrift, Bd. XXVI11, S. Ô95, 1899.
        

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