Bauhaus-Universität Weimar

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J. Otori, 
Bakterien hauptsächlich aus Eiweißstoffen, Lecithin oder lecithin¬ 
artigen Körpern sich bilden. In letzter Zeit aber zeigt sich 
mehr und mehr, wie eine beträchtliche Anzahl der Ptomaine 
bei Ausschluß der Fäulnis durch tierische Enzyme entstehen 
können. So sehen wir das Cadaverin und Putrescin reich¬ 
lich bei der Pepsinverdauung auftreten. Bei der Autolyse 
des Pankreas bildet sich Cholin. Diese Erscheinungen machen 
wahrscheinlich, daß ein Teil der von Brieger entdeckten 
«Fäulnisalkaloide» nicht lediglich Fäulnisvorgängen seine Bildung 
verdankt, sondern Vorgängen, wie sie sich auch bei der Auto¬ 
digestion der Organe abspielen. Aus diesem Grunde müssen 
die Ptomaine für den Physiologen an Interesse gewinnen und 
es wird wünschenswert sein, Verbindungen derselben zu er¬ 
halten, die ihre schnelle Identifizierung gestatten. Da die Pikro- 
lonate meist scharfe Schmelz- oder Zersetzungspunkte besitzen, 
sind sie hierzu besonders geeignet. Ich habe nun folgende 
Körper mit Pikrolonsäure verbunden: 
1. Pentamethylendiamin, 2. Tetramethylendiamin, 3. Me¬ 
thylamin, 4. Dimethylamin, 5. Trimethylamin, 6. Äthylamin, 
7. Diäthylamin, S. Triäthylamin, 9. Betain, 10. Cholin, 11. Neurin, 
12. Lysin. 
Die Eigenschaften der erhaltenen Verbindungen gebe ich 
im nachstehenden. 
1. Pentamethylendiamin. 
2 ccm Pentamethylendiamin wurden mit einigen Kubik¬ 
zentimetern verdünnter Salzsäure versetzt und auf dem Wasser¬ 
bade zur Trockne eingedampft. Hiernach wurde das Salz in wenig 
Alkohol aufgelöst und mit konzentrierter alkoholischer Pikrolon- 
säurelösung gefällt, bis es keinen Niederschlag mehr gab. Ein 
Teil des Niederschlages kam sofort in feinen gelben Nadeln 
und Täfelchen, die Hauptmasse desselben kristallisierte aber 
ganz langsam aus. Nachdem ich etwas überschüssige Pikrolon¬ 
säure zugesetzt hatte, ließ ich die Flüssigkeit 24 Stunden stehen. 
Der abgesaugte Niederschlag wurde einigemal mit Alkohol nach- 
gewaschen und einmal aus heißem Wasser umkristallisiert.
        

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