Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pharmakologische Studien über synthetisch hergestellte Basen aus der Piperidinreihe
Person:
Hildebrandt, Herm.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18039/40/
288 
Herrn. Hildebrandt, 
die Asche der Mohrrübenwurzel viel Kalium und Natrium 
und nur l,3r>°/o SiO.,. Diese Verhältnisse bedingen hauptsäch¬ 
lich die Verschiedenheit der Reaktion des Harnes bei Fütterung 
mit Hafer und Rüben. 
Für mich war es von Interesse, festzustellen, ob es im 
Falle der Haferfütterung auch der Gehalt an anorganischen 
Säuren ist, der die spontane Ausscheidung der Harnverbindungen 
in meinen Versuchen bedingte. Ich bediente mich der «Weiske»- 
schen Nahrung, welche in der Weise bereitet wird, daß 50 g 
Olivenöl, 820 g Stärke, 100 g Zucker, 30 g Asche und etwas 
CINa gemischt und bei 15° getrocknet wird. Zur Herstellung 
der lluferuschc veraschte ich 300 g lufttrocknen Hafer und 
erhielt 8,7 g Asche, die ich in der angegebenen Weise mit 
den Nährstoffen mischte. Die Nahrung wurde von den Tieren, 
die mehrere Tage hindurch gefastet hatten, gerne gefressen. 
Nach einer Woche war der Harn stark sauer und Darreichung 
von Thymotiiipiperidid bewirkte Ausscheidung der gepaarten 
und methylierten Verbindung im Harne in gleicher Weise, wie 
bei gewöhnlicher Haferdiät. Fs sind demnach die mit dem 
Haler dargereichten anorganischen Stoffe ausreichend, um die 
Ausscheidung der Verbindung im Harne herbeizuführen. 
Bei Harnen, welche gepaarte Glykuronsäuren enthalten, 
habe ich wiederholt die Beobachtung gemacht, daß Fäulnis 
di< kse Körper so vollständig zerstört, daß auch das Paarungsprodukt 
nicht mehr nachweisbar ist. Ich hielt es umsomehr für wünschens¬ 
wert, festzustellen, in welcher Weise Fäulnis auf gepaarte 
Verbindungen zerstörend einwirkt,, als bei Untersuchungen, die 
ich in Gemeinschaft mit K. Fromm1) über die Oxydation der 
Sabinolglykuronsüure mittels Kaliumpermanganat angestellt 
habe, das aulfällige Ergebnis resultierte, daß von dieser Ver¬ 
bindung keineswegs der Glykuronsäurerest sich wegoxydieren 
und also auch nicht Tanacetogendikarbonsäure sich auf diese 
Weise erhalten läßt, während man diese Säure mit Leichtig¬ 
keit aus SabinoJ mittels Kaliumpermanganat erhält. Ferner 
erscheint die Frage vom Standpunkt des gerichtlichen Chemikers 
von nicht geringem Interesse, ob nach eingetretener Fäulnis 
. *) Diese Zeitschrift, Bd. XXXIII, S. 587.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.