Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über das Vorkommen von Ricinin in jungen Ricinuspflanzen
Person:
Schulze, E. E. Winterstein
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18035/10/
220 
R. Schulze und E VVinterstein, 
Entwicklung der Pflänzchen gewesen ist, das läßt sich fest- 
steilen, indem man die in 100 Stück Samen und 100 Stück 
Pflänzchen enthaltenen fticininquantitäten einander gegenüber 
stellt. In der weiter unten folgenden Tabelle ist dies geschehen. 
Vor Mitteilung der Zahlen ist jedoch noch auf einen kleinen 
Fehler aufmerksam zu machen, welcher einer dieser Zahlen 
anhaftet. Den Riciningehalt der Samen haben wir aus dem 
Resultat berechnet, das wir bei Untersuchung der unentsehälten 
Samen erhielten. Da aber bei Entwicklung der Pflänzchen die 
Schalen abgeworfen werden, und da von den in den letzteren 
enthaltenen Substanzen wahrscheinlich nichts in die Pflänzchen 
übergeht, so würde es richtiger gewesen sein, den Riciningehalt 
von 100 Stück Samen aus dem Resultat einer in entschälten 
Samen ausgeführten Bestimmung zu berechnen. Da dies nicht 
geschehen ist und da nach den Angaben von Soave die Schalen 
reicher an Ricinin sind als die Kerne, so muß man annehmen, 
daß die in den ungekeimten Samen enthaltene Rieininmengo 
von uns etwas zu hoch angesetzt worden ist. Der daraus ent¬ 
springende Fehler ist aber gering und beeinflußt die aus den 
Zahlen der Tabelle von uns abgeleitete Schlußfolgerung so 
wenig, daß er unberücksichtigt bleiben kann. Wir lassen nun 
die von uns berechneten Zahlen folgen: 
100 Stück entschälte Samen (mil Hi),5 }ï Trockensubstanz) enthielten 
0,035 u Ricinin. 
100 Stück etiolierte Pflänzchen (mit 21,03 g Trockensubstanz) enthielten 
0,523 g Ricinin. 
100 Stück grüne Pflänzchen (mit 34.43 g Trockensubstanz) enthielten 
0.458 g Ricinin. 
Aus diesen Zahlen folgt, daß in den etiolierten Pflänzchen 
die Rioininmenge fast auf das Fünfzehnfache, in den grünen 
Pflänzchen auf das Zwölffache der in den ungekeimten Samen 
enthaltenen Quantität gestiegen ist. Da der Riciningehalt der 
ungekeimten Samen wahrscheinlich etwas zu hoch angesetzt 
ist (man vergleiche die oben gemachte Bemerkung), so ist die 
Zunahme der Rioininmenge in Wirklichkeit wohl noch etwas 
größer gewesen. 
Die starke Abnahme der Trockensubstanzmenge in den 
unter Lichtabschluß sich entwickelnden Keimpflanzen erklärt
        

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