Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
"Serosamucin", eine Mucinsubstanz in Ascitesflüssigkeit und Synovia
Person:
Holst, Gustaf von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18028/3/
«Serosamucin». eine Mucinsubstanz in Aseitesllüssigkeit u. Svnoviä. 1 57 
gleichzeitig hat er aber bemerkt, daß auch reine Transsudate 
bisweilen, wenn auch nur äußerst schwach, von der genannten 
Säure getrübt worden. Die von ihm isolierte, durch Essigsäure 
fällbare Substanz, deren Menge nie mehr als 0,2°/o betrug, 
enthielt, zum Unterschied von der Substanz Vaijkulls, keinen 
Phosphor und konnte also kein Nucleoalbumin sein. Sie ist 
nach ihm ebenfalls keine Mucinsubstanz, steht aber bezüglich 
ihrer Löslichkeits- und Fällbarkeitsverhältnisse den Globulinen 
am nächsten. Derselben Ansicht scheint auch JoachimU zu 
sein, und er betrachtet diese Substanz als Globulin. 
Im vorigen Jahre hat Umber2) einige diesen Gegenstand 
betreffende, wichtige Beobachtungen mitgetcifl. In einigen 
dickflüssigen und etwas ladenziehenden Ascilosflüssigkeiten er¬ 
hielt er durch Essigsäurezusatz reichliche Fällung, und das von 
ihr getrennte Filtrat batte die schleimig dickflüssige Beschaffen¬ 
heit der ursprünglichen Flüssigkeit verloren. Der mit essig¬ 
säurehaltigem Wasser gewaschene, dann mit Alkohol und darauf 
mit Äther gereinigte Niederschlag, dessen Gehalt an Schwefel 
1,32°/o betrug, war ganz phosphorfrei und folglich kein Nucleo¬ 
albumin, bezw. Nucleoproteid. Beim Sieden mit einer Säure gab 
er reduzierende Substanz, obzwar nur in geringer Menge. Der 
Gehalt an Stickstoff war in zwei Präparaten 11,37, bezw. 11,91 °/«. 
Diese Substanz wird von Umber zu der Mucingruppe 
geführt. Vom echten Mucin unterscheidet sie sich aber nach 
ihm durch den verhältnismäßig hohen Stickstoffgehalt wie auch 
dadurch, daß sie so wenig reduzierende Substanz gibt. 
In seinem Aufsatze erinnert Umber ferner daran, daß 
Salkowski schon vor vielen Jahren aus der Gelenkflüssigkeit 
in einem Falle von chronischer Coxitis eine ähnliche Mucin¬ 
substanz isoliert hat. Diese Übereinstimmung der Unlersuchungs- 
resultate wird nach Umber leichter verständlich, wenn inan 
sich vergegenwärtigt, daß die Synovialhaut der Gelenkhöhlen 
und das Endothel der serösen Körperhöhlen wahrscheinlich 
denselben genetischen Ursprung haben, indem sie beide als 
Derivate von dem primären Colonie zu betrachten sind. Bei 
'/ Joachim. Pflügers Arch., ltd. !K{. 
t inher. Zeitschrift für klinische Medizin, IM. 48. 
10*
        

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