Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Nachweis des Guanidins unter den bei der Selbstverdauung des Pankreas entstehenden Körpern
Person:
Kutscher, Fr. Otori
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18025/13/
Der Nachweis des Guanidins unter verschiedenen Körpern. 105 
Das Harnstoffsilber. 
Wegen der weitgehenden Ähnlichkeit, die zwischen den 
Verbindungen des Imidoharnsto.ffs und Harnstoffs besteht; haben 
wir auch das Harnstoffsilber näher untersucht. Dasselbe ist 
zuerst von Mulder1) dargestellt und sehr gut beschrieben 
worden. Mulder erhielt es, indem er auf Harnstotljösung 
Silbernitrat und verdünnte Natronlauge einwirken hob, als 
gelblichen, amorphen, voluminösen Niederschlag, der bald nach 
seinem Entstehen konsistenter und damit gut filtrierbar wurde. 
Wir haben dasselbe erzeugt, indem wir einer Harnst off lösung 
Silbernitrat in einer Menge zufügten, daß auf ein Molekül 
Harnstoff zwei Moleküle Silbernitrat kamen. Die Umsetzung 
bewirkten wir durch vorsichtige Zugabe von Barytwasser. Es 
fiel darauf zunächst genau, wie es Mulder angibt, ein volu¬ 
minöser gelblicher Niederschlag. Derselbe wurde, um mit 
Mulder zu sprechen, im Laufe von 1—8 Stunden konsistenter. 
Er änderte dabei gleichzeitig seinen Farbenton, der aus gelb 
in weiß umschlug. Die mikroskopische Untersuchung klärte 
uns über die Ursache dieses Vorganges auf; es zeigte sich 
nämlich, daß der amorphe gelbe Niederschlag sich in die weiße 
Modifikation umwandelte, wenn er aus dem amorphen .in den 
kristallinischen Zustand überging. Diese Umwandlung vollzieht 
sich im Gegensatz zürn Guanidinsilber fast immer sehr schnell, 
sie ist, wie gesagt, meist bereits nach 1—3 Stunden vollendet. 
Die kristallinische Modifikation des Ilarnstoffsilbers besteht aus 
mikroskopischen, kleinen, besenartig vereinigten Nadeln. Das 
Verhalten des Harnstoffsilbers ist recht charakteristisch und 
wohl geeignet zur Identifizierung des Harnstoffs. Das kristal¬ 
linische Harnstoffsilber ist in Wasser w'ohl schwer.doch nicht 
so unlöslich wie das Guanidinsilber, durch Salpetersäure und 
Ammoniak wird es leicht gelöst. Ihm kommt jedenfalls die 
Formel AgNH • CO • NH • Ag zu. Line Silberbestimmung paßte 
zu obiger Formel. 
0,1510 g vacuumtrockener Substanz gaben 0,121 g 
Obige Formel verlangt 78,84 ’'. Ag. 
78,55°» Ag. 
’) Berichte der deutsch, ehern. Ges., Bd. VI. 8. 1010.
        

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