Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Spaltung des Pseudomucins durch starke siedende Säuren. II. Mitteilung
Person:
Otori, J.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18023/8/
Die Spaltung ties Pseudomucins durch starke siedende Säuren II. 81 
Aus der vorstehenden labelle lassen sieh ohne weiteres 
zwei au fiai lige Tatsachen ableiten, zuerst die, daß Schwefel¬ 
säure und Salzsäure -j- Zinnchlorür nicht die gleichen Spaltungs¬ 
produkte bei ihrer Einwirkung auf das Pseudomucin liefern. 
Hei der Spaltung mit Schwefelsäure ist keine Glutaminsäure, 
Asparaginsäure und kein (ilykokoll entstanden, bei der Spaltung 
mit Salzsäure traten dagegen Oxalsäure und Lavulinsäure nicht 
auf. Die Ursache für diese Erscheinung ist meiner Ansicht 
nach eine doppelte und ich will versuchen, sie zu erklären. 
Allgemein angenommen ist zurZeit wohl die Theorie, daß sich 
die Eiweißmoleküle aus einzelnen Komponenten, die die be¬ 
kannten hydrolytischen Spaltungsprodukte sind, zusammensetzen, 
indem dieselben unter Austritt von Wasser sich 'miteinander 
vereinigen. Diese Hindung kann bei den verschiedenen Eiweiß- 
Sofien für die gleiche Komponente in ihrer Festigkeit sehr 
schwanken. Das ist der Grund, warum bei dem einen EiweißstofT 
bereits durch ein wenig eingreifendes hydrolytisches Spaltungs- 
mittel eine bekannte Komponente sich vollkommen abspalten 
läßt, während bei anderen Eiweißstoffen dasselbe Spaltungs- 
mittel die gleiche Komponente nicht aus ihrer Bindung, zu 
lösen vermag. Ein ausgezeichnetes Beispiel hierfür bietet die 
Glutaminsäure. Die unmittelbare Muttersubstanz der Glutamin¬ 
säure ist wahrscheinlich das Glutamin und wir kennen durch 
die Arbeiten Uitthausens1) eine Heihe von pflanzlichen 
Eiweißstoßen, unter diesen namentlich die Kleberproteinstoffe, 
die das Glutamin in lockerer Hindung enthalten müssen. Denn 
die genannten Eiweißstollo geben wohl das gesamte Glutamin 
in Form der Glutaminsäure schon bei der Spaltung mit siedender 
Schwefelsäure her. Die bisher näher untersuchten tierischen 
Eiweißstoffe hingegen enthalten das Glutamin meist in sehr 
fester Hindung, es wird bei Einwirkung siedender Schwefel¬ 
säure daher wenig oder keine Glutaminsäure gebildet, Wir 
müssen, um Glutaminsäure zu erhalten, hier zu der wesentlich 
enetgisi her en Methode von Illasiwetz und Ilabermann 
greifen. 
‘j Die Eiweißkörper der Getreidearten, Bonn 1872. 
Uoppe-Seyler's Zeitschrift f. physiol. Chemie. XLIII. 
Ö
        

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