Bauhaus-Universität Weimar

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M. Siegfried, 
verläuft jedoch der Aufschluß mit dem vor kurzem1) be¬ 
schriebenen Apparate: der Aufschluß bei Gegenwart von Phos- 
phorwolframsäure fordert nicht mehr Zeit als ein gewöhnlicher. 
Selbst bei Gegenwart von 25 g Phosphorwolframsäure im 
Kölbchen findet kein Stoßen und Anlegen statt. Sobald die 
Mischung grünlich wird, oxydiert man mit Permanganat bei 
ausgelöschter Flamme, aber während die Kolben in Bewegung 
sind. Nach dem Gelbbrennen des Inhalts oxydiert man in 
gleicher Weise noch zweimal in Zwischenräumen von etwa 
10 Minuten. Um das Anlegen während des Frkaltens zu ver¬ 
meiden, läßt man den Apparat bis zum Lrkalten der Kolben 
in Bewegung. 
Bei Berechnung der Korrektion für die Löslichkeit des 
PWS-Niederschlages bei Proteinsubstanzen im allgemeinen ist 
folgendes zu beachten : Bei den bisher bekannten Untersuchungen 
ist im allgemeinen nur die Löslichkeit des Argininphosphor- 
wolframates berücksichtigt,- da das Lysinphösphorwolframat nur 
wenig löslich ist. Außer acht ist aber die Pyrrolidinkarbon¬ 
säure gelassen, von deren Phosphorwolframat die Löslichkeit 
unbekannt ist. Aber auch die Berücksichtigung der Löslichkeit 
der Phosphorwolframate des Histidins, des Arginins, Lysins 
und der Pyrrolidinkarbonsäure würde nicht genügen, weil die 
Gemenge der Phosphorwolframate andere .Löslichkeit besitzen 
müssen, als die Summe der Löslichkeit der einzelnen Bestand¬ 
teile. Als einziger Weg ergibt sich das einfache Verfahren, in 
jedem einzelnen Falle, also bei jeder Proteinsubstanz, die Lös¬ 
lichkeit des gesamten PWS-Niederschlages zu bestimmen und 
hiernach die Korrektion zu berechnen. 
Bei dem Caseinokyrin liegen die Verhältnisse einfacher, 
da nur Arginin und Lysin als Spaltungsprodukte entstehen; 
wie ich weiter unten zeigen werde, deckt sich die Löslichkeit 
des genannten Niederschlages in diesem Falle ungefähr mit der 
des Argininphosphorwolframates. 
Zweitens ist die Temperatur sehr zu beachten. Die unten 
mitgeteilten Zahlen zeigen den wesentlichen Kinfluß der Tem¬ 
peraturen auf die Löslichkeit der Phosphorwolframate. 
') M. Siegfried, Diese Zeitschrift, ßd. XLI, S. 1.
        

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