Bauhaus-Universität Weimar

Beiträge zur Kenntnis des PhosphorstofTwechsels. 
Von 
Dr. Lmlwitf F. Meyer. 
(Aus dem ehemisrhen Laboratorium des Kgl. pathologischen Instituts zu Merlin.) 
(Der Redaktion zngcgangf-n an» KV. August 1904) 
Obwohl in neuerer Zeit die Lehre vom Phosphorstoff; 
Wechsel vielfach bearbeitet worden ist, sind wir auch heute 
noch außerstande, die Gesetze, nach denen sich der Phosphor¬ 
umsatz im Organismus vollzieht, klar zu formulieren. Selbst 
die einfachsten Fragestellungen auf diesem Gebiete bedürfen 
fernerer Arbeit. 
Wenn Röhmann1) und seine Schüler (Markuse, Stei- 
nitz, Leipziger, Zadik .etc.) annahmen, daß der Organismus 
nicht die Fähigkeit besitzt, * die für das Leben der Zelle erfor¬ 
derlichen phosphorhaltigen organischen Verbindungen aus phos¬ 
phorfreien Eiweißkörpern und Phosphaten synthetisch zu bilden», 
so konnte Keller2) andererseits bei Darreichung von Phosphaten 
(allerdings bei einer Kost, die ganz geringe Menge organischen 
Phosphors enthielt) einen Phosphoransatz erzielen. 
Wie Keller hält auch neuerdings Ehrström3) die Rolle, 
die der anorganische Phosphor bei dem Stoffwechsel spielt, 
trotz der zahlreichen Untersuchungen der Röhmarinschen 
Schule für keinesweg klar gestellt: die Wichtigkeit der Frage 
erheischt wohl erneute Bearbeitung. 
Die Frage, inwieweit sehr phosphorarme Eiweißver¬ 
bindungen, ohne Darreichung von Phosphaten, geeignet sind, 
als Nahrungsmittel den Körper auf seinem Bestand zu erhalten, 
finde ich in der Literatur überhaupt noch nicht ausführlich be- 
‘) Röhmann, Berliner klinische Wochenschrift 18DS. 
*) Archiv für Kinderheilkunde 11HK). 
a) Ehrström, Skandinavisches Archiv für Physiologie, Bd. 14. 
Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. XLI1I. 1
        

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