Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über den Blutverlust bei der Menstruation
Person:
Hoppe-Seyler, G. Brodersen Rudolph
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18008/3/
Choi den Blutverlust bei der Menstruation. 
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zu 6,4°/o. Fs sind dies Bestimmungen, welche alle aus älterer 
Zeit stammen. Man sieht immerhin daraus die wechselnde Zu¬ 
sammensetzung dessen, was man als «Menstruaihlut » bezeichnet. 
Ks wird ferner angegeben, dali die Bewohnerinnen nördlicher 
Gegenden und des Landes weniger stark menstruieren, als Süd¬ 
länderinnen und Städterinnen: es sollen im allgemeinen Blon¬ 
dinen eine längere und stärkere Menstruation als Brünette 
zeigen. Auch soll bei kürzerer Dauer der Menstruation das 
Menstrualsekret spärlicher und dünner sein. Die normale Dauer 
wird zu 4—ô Tagen im Mittel (Kriegen oder B—f> Tagen 
(k oster) angegeben. Das Blut koaguliert unter normalen Ver¬ 
hältnissen nicht, wohl infolge Beimischung des alkalischen Se- 
kiets dei Cenicalschleiindrüsen. Nur bei pro!user Menstruation, 
besonders bei Erkrankungen der Uterusschleimhaut bilden sich 
Gerinnsel in Uterus und Vagina. 
Um nun einen genaueren Aufschluß- über die Mengedes 
B1 u t \ ei lust es zu erhalten, glaubte ich am sichersten so Vor¬ 
gehen zu können, daß bei geeigneten Personen im städtischen 
Krankenhause in Kiel die sämtlichen Wattevorlagen, Tücher etc,, 
welche mit Menstruaihlut tingiert waren, sorgfältig in Wasser 
ausgewaschen, die Genitalien vor und nach Urinieren und De- 
fäkalion gut gewaschen und sämtliche so erhaltene blutige 
Flüssigkeit während der ganzen Periode gesammelt und ge¬ 
messen wurde. Die Herrn Dr. Brodersen und Dr. Rudolph, 
Assistenzärzte des Krankenhauses, führten dies möglichst genau 
durch und überwachten mit den Pflegeschwestern, daß kein 
Verlust eintrat. Ls wurden nur solche Personen dazu aus¬ 
gewählt. welche dauernd im Bott zu halten waren; der öffent¬ 
lichen Prostitution ungehörige wurden nicht 'verwendet. Sobald 
ein Verlust wahrscheinlich erschien, blieb der betreffende Ver¬ 
such unbenutzt. 
Nachdem die gesamte Blutflüssigkeit gemessen war, wurde 
von mir in einer Probe davon der Blutfarbstoff resp. Blutgehalt be¬ 
stimmt. Zu diesem Zweck wurde der betreffenden Person mit 
einer Pipette, welche 0,02 ccm faßt, Blut entnommen, dieses mit 
“ ( cm schwach alkalischen \\ assers verdünnt und nun in der 
kolorimetrisehen Doppelpipette mit Albrechtschem Würfel von
        

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