Bauhaus-Universität Weimar

Zur Kenntnis der Spaltun^piodukte des Cystins. 
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Cyslins (aus 1 lornsubstanz und aus Menschenhaaren) ct-Thio- 
milchsäure ganz überwiegend oder vielleicht allein gebildet 
wurde, geht aus dem Mitgeteilten hervor. 
Da das Disullid der Thioglyknlsäure in Wasser leicht lös¬ 
lich ist. wurde die Mutterlaugt' der oben erwähnten Kristalle 
auf diese Säure untersucht. Sie wurde mit Zinn und Salzsäure 
icduzieit, das Zinn durch Schwefelwasserstoll entterul und die 
Lösung mit Äther ausgeschüttelt. Die in Äther gelöste Substanz 
wurde benzyliert und die Denzylverbindung aus konzentrierter 
Lösung in Soda durch Zusatz von Salzsäure abgeschieden. Die 
zuerst milchige Flüssigkeit setzte last sogleich Kristalle ab und 
wurde klar. Die Kristalle schmolzen bei 7F>,D°. Sie bestanden 
also aus Henzyl-ü-Thiomilchsäure. Aus Thioglykolsäure habe ich 
mit Denzylchlorid und Natronlauge ein Uenzylderivat erhallen, 
das sich bei Ausfüllung aus der Lösung in Soda in der Form 
von öligen Tropfen absehied: einmal bildeten sich Kristalle, 
die aber nicht gut ausgebildet waren: sie schmolzen bei 7)7"; 
nach der Auflösung der Kristalle in Soda entstanden'bei er¬ 
neuter Abseheidung mit Salzsäurt' nur ölige Tropfen, die nicht 
/ur Kristallisation gebracht werden konnten. Da dit* Kristalle 
• 1er Denzylverbindung ganz homogen waren, wie Denzyl-u-Thio- 
milclisäure aussahen und genau den Schmelzpunkt dieser Säure 
iiiiiten, betrachte ich die Gegenwart von Thioglykolsäure unter 
den von mir dargestellten Spaltungsprodukten des Cyslins als 
ausgeschlossen. 
Dit* a-1 hiomilehsüure und möglicherweise daneben eine 
gelinge Menge der ß-Säure wurde also bei der von mir durch¬ 
geführten Spaltung des Cystins erhalten. Dali die u-Thinmilch- 
smre bei weitem nicht quantitativ erhalten wurde, ist offenbar, 
da die Menge derselben in den verschiedenen Versuchen sehr 
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