Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weitere Untersuchungen über fermentative Harnstoffbildung
Person:
Kossel, A. H. D. Dakin
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17978/7/
Weitere rntcrsucliunpen über fermentative Harnstoffbibkuiir.. 187 
maligem Umkristallisieren aus Alkohol bei 1B2—iPB° und dieser 
Schmelzpunkt änderte sich bei weiterem Umkristallisieren nicht. 
Die Analyse ergab folgendes: 
Gefunden Berechnet für Gl5llS(1N4()1 
G <){:M)9k 
H f>.77° «» öJO" ., 
Das Klupein liefert b(»i gleicher Spaltungsweise kein Or¬ 
nithin, Ls ergab sieh dies schon aus (Um trüberen Untersuchungen 
von A. Kossel. wir haben aber zum UberfluB noch einen be¬ 
sonderen Versuch in der gleichen Weise mit f.lupciu angestellt, 
indem wir t;> g Klupeinsulfat der Spaltung mit Schwefelsäure 
unterwarfen und das Arginin als Silberverbindung ausfällten. 
Verdünnt man das Kiltrat vom Silborbarytniederscblag soweit, 
daß die Dyrrolidiiicarbonsäure nicht mehr mit Phosphor wol¬ 
framsäure gefällt wird, so bleibt die ungesäuerte Lösung auf 
Zusatz von Dhosphorwolframsäure klar oder es bilden sieh nur 
Spuren eines Niederschlags. Ornithin ist also unter "den Spal¬ 
tungsprodukten des ursprünglichen Klupeins nicht nachweisbar, 
es findet sich nur dann, wenn das Klupein unter dem Kinlluli 
des Darmferments eine Veränderung erlitten hat. 
Das hrgebnis unserer \ ersuche ist also folgendes: lin 
Körper der Säugetiere tindet sieh ein Ferment, welches im¬ 
stande ist, einfache hiweilikürpcr an einer oder mehreren Ar¬ 
giningruppen anzugreifen. Hierbei wird die harnstoiïbildcnde 
Kruppe des Arginins entweder als Harnstoff herausgelöst oder 
m einer noch nicht bekannten Weise* umgewandell, Der Orni¬ 
thinrest bleibt mit dem. übrigen Teil des Kiweifimoleküls in 
Zusammenhang und wird beim nachträglichen Kochen mit Sauren' 
als Ornithin abgespalten. Diese Veränderung war in unserem 
Versuch nur bei einem Teil der im Klupein gebundenen Argi¬ 
ningruppen eingetreten. 
Aus diesen Heobachtungen ergeben sieh Anregungen zu 
neuen Untersuchungen über die Harnstollbildung im tierischen 
Organismus. V ir sind damit beschäftigt, die Krage zu prüfen, 
ob die komplizierteren Kiweihkörper die gleiche Veränderung 
erleiden können wie die einfacheren und ob das Kennenl den 
Harnstoff als solchen abspaltet.
        

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