Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Geschwindigkeit der Fermentreaktionen bei Zusatz chemisch indifferenter Stoffe
Person:
Braeuning, Hermann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17965/2/
Eber die Geschwindigkeit der Fermentreaktionen etc. 
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Lösung sehr wirksamen Inverlins in Wasser zugesetzt. Dies 
Gemisch wurde dann mehrere Stunden im Brutschrank bei 
25—.‘10° gehalten. Nach Ablauf dieser Zeit fand sich kein 
Invertzucker darin. Währenddessen wurden von Zeit zu Zeit 
einige Kubikzentimeter der Lösung entnommen und mit Wasser 
verdünnt, ohne sonst einen Zusatz zu machen. In diesen Ver¬ 
dünnungen, die ebenfalls auf 25—30° gehalten wurden, konnte 
schon nach je einer halben Stunde reichlich Invertzucker naeh- 
gewiesen werden. Daraus geht hervor, daß das Ferment nicht 
wesentlich verändert wurde, daß es aber in Glyzerin Entweder 
gar nicht oder nur unendlich langsam wirkt. 
Sobald Wasser zu dem Glyzerin zugesetzt wird, geht die 
Reaktion vor sich, und zwar um so schneller, je mehr Glyzerin 
durch Wasser ersetzt wird. Tabelle 1 gibt eine Bestätigung 
hierfür. Der Versuch wurde so angestellt, daß die Lösungen 
von Rohrzucker in Glyzerin und Wasser in Reagensgläsern zu 
gleicher Zeit mit je 2 ccm einer starken Invertinlösung 
beschickt wurden und dann l1/* Stunden im Brutschrank bei 
30u blieben. Dann wurden die Gläser 5 Minuten in kochendes 
Wasser gesetzt, um das Ferment zu zerstören, und polarimetrisch 
der Fortschritt der Inversion bestimmt. (Die Versuche in Ta¬ 
belle 10 wurden zu gleicher Zeit mit demselben Invertin und 
in ganz gleicher Weise angestellt. Die dort verwendeten Hum-? 
stofhneugen sind den hier verwendeten Glyzerinmengen äqui¬ 
molekular). In allen in dieser Arbeit angegebenen Versuchen 
wurden die Hnzymlösungen durch einige Tropfen Toiuol, die 
Zuckerlösungen durch 1.2 °/o NaF vor der Einwirkung von Mikro¬ 
organismen geschützt. 
Tabelle 1. 
ca. 20°/oige 
Rohrzuckerlösung 
ccm 
1 
Glyzerin 
ccm 1 
1 
Wasser 
t 
ccm 
I Invertin 
l 
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