Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die "Kohlehydratgruppe" des Serumglobulins, des Serumalbumins und des Eieralbumins
Person:
Abderhalden, Emil Peter Bergell Theodor Dörpinghaus
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17953/2/
Die «Kohlehydratgruppe» des Serumglobulins, des Serumalbumins etc. 531 
Da ein Teil der in der Literatur niedergelegten Schlüsse 
durch die mitgeteilten experimentellen Befunde nicht genügend 
gestützt wird, und es andererseits von hohem Werte war, 
in einwandfreier Weise festzustellen, inwiefern und in welcher 
Weise Kohlehydrate am Aufbau des Eiweißmoleküls beteiligt 
waren, haben wir mit Berücksichtigung der Reinheit des Aus¬ 
gangsmateriales die erwähnten drei Eiweißkörper auf ihren 
Kohlehydratgehalt resp. auf deren Beimengung untersucht. 
1. Serumglobulin. 
Zehn Portionen von je 50 g Serumglobulin1) wurden mit 
je 1 1 5°/oiger Bromwasserstoffsäure 3x/a Stunden in lebhaftem 
Sieden unter Rückfluß erhalten. Nachdem nach dem Erkalten 
jede Portion für sich mit einer konzentrierten Lösung von 
Phosphorwolframsäure bis zu einem geringen Überschuß ver¬ 
setzt worden war, wurde die Lösung unter 40° im Vacuum 
eingedampft und von Zeit zu Zeit die Säure mit Bleikarbonat ab¬ 
gestumpft. Der Rest des Broms wurde durch frisch gefälltes 
Silberoxyd und Silberkarbonat entfernt. Die während dieser 
Operation bei den verschiedenen Konzentrationen ausgeführten 
Titrationen zeigten bereits, daß weniger als 1 °/o der ange¬ 
wandten Globulinmenge an reduzierenden Substanzen vorhanden 
war. Nachdem bis zu einem Gehalt von ca. 1 °/o Zucker 
(Reduktionswert) eingeengt worden war, wurde mit Bleizucker 
gefällt, und aus dem Filtrat der Zucker mit dem durch vor¬ 
sichtigen Zusatz von Ammoniak entstehenden Bleiniederschlag 
abgeschieden. Die Kontrolle der Fällungsfraktionen ergab, daß 
nur geringe Verluste entstanden waren. Nach erfolgter Aus¬ 
fällung des Bleies mit Schwefelwasserstoff und Verjagung des 
letzteren hinterblieb eine farblose, wasserklare Lösung. 
Dieselbe zeigte eine deutliche positive Gärungsprobe, 
drehte schwach rechts (entsprechend 0,26 g Glukose; Wert 
jedenfalls etwas zu niedrig infolge eventueller Anwesenheit von 
Aminosäuren). Die gesamte Lösung wurde zur Darstellung 
des Osazons verwendet. Das Osazon kristallisierte vollständig 
fl Das Präparat verdanken wir der Liberalität der Direktoren der 
Farbwerke zu Höchst.
        

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