Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über einige Bestandteile des Emmentaler Käses (Zweite Mitteilung)
Person:
Winterstein, E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17950/7/
487 
Über einige Bestandteile des Emmentaler Käses. 
wurde an der Luft getrocknet, wobei eine weiße, pulvrige 
Masse resultierte, dieselbe wurde mit einer 4—5 fachen Menge 
Wasser bei 30° digeriert, die Flüssigkeit durch ein Seihtuch 
gegossen, der Rückstand gut ausgepreßt und in der gleichen 
Weise nochmals mit Wasser extrahiert. Aus diesem Rück¬ 
stand wurde nach der in der ersten Publikation angegebenen 
Vorschrift1) das Caseoglutin isoliert. Über diesen merkwürdigen 
in Alkohol löslichen Eiweißkörper sei hier noch folgendes mit¬ 
geteilt. Derselbe liefert bei der Spaltung mit Säuren neben 
Aminosäuren auch die Eiweißbasen Histidin, Arginin, Lysin 
und Ammoniak, aber in einem andern Verhältnis, wie die 
letztem aus Casein erhalten wurden. Nach den von U. Suzuki 
in unserem Laboratorium durchgeführten Untersuchungen wurden 
bei der Spaltung mit konzentrierter Salzsäure folgende Aus¬ 
beuten an Rasen erhalten: 
100 g Caseoglutin (Trockensubstanz) gaben 
2,3 °/o Histidin 
1,26 °/o Arginin 
2,90 °/o Lysin. 
Der Stickstoffgehalt des untersuchten Caseoglutins betrug 
15,52 °/o der Trockensubstanz. Rei der Spaltung mit kon¬ 
zentrierter Salzsäure und Fällen der Lösung mit Phosphor¬ 
wolframsäure wurden 32,5 °/o des Gesamtstickstoffs in dieser 
Fällung vorgefunden, davon entfallen 11,9 °/o auf Ammoniak, 
.somit 20,6 °/o N auf die Rasen und Huminsubstanzen. 
Das wässerige Extrakt wurde unter Zusatz von Toluol in 
hohen Zylindern stehen gelassen, wobei sich eine schleimige 
Masse am Boden der Gefäße ansammelte. Die Flüssigkeit wurde 
nun durch dickes Papier filtriert, wobei eine nur schwach 
opalisierende Lösung2) erhalten wurde; da die Filtration außer¬ 
ordentlich langsam von statten geht, so müssen die Filter 
öfters gewechselt werden. Zuweilen gelang es nicht, auf diese 
Weise ein klares Filtrat zu erhalten ; eine Klärung konnte aber 
auf Zusatz einiger Tropfen Gerbsäure und einiger Kubikzenti- 
‘) 1. c. 
2) Die geringe Opaleszenz dürfte wohl auf Spuren von Fett zu- 
rückzuführen sein. 
32*
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.