Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Entstehung der Indoxylfarbstoffe und die Bestimmung des Harnindoxyls. (Eine Entgegnung gegen Hrn. A. Ellinger und Hrn. Bouma)
Person:
Maillard, Louis C.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17946/9/
Über die Entstehung der lndoxylfarbstoffe u. die Bestimmung etc. 445 
darauf aufmerksam gemacht, daß, wenn man das passende Ver¬ 
hältnis zwischen dem Urin und dem Lösungsmittel aus wählt, 
man oft Lösungen bekommt, die sich ganz anders als eine 
gesättigte Lösung von Indigotin in Chloroform verhalten und sich 
doch nicht im Zustande der übersättigten Lösung befinden, denn sie 
bilden nach langem Stehen keinen Niederschlag, vielmehr zeigen 
sie eine Umwandlung, von der weiterhin noch die Rede sein soll. 
E Hing er1) weist auf Versuche hin, aus denen hervor¬ 
gehen soll, daß der augenfällige Unterschied in der Löslichkeit 
allein auf die Anwesenheit von Salzsäure im Chloroform hin¬ 
deute, denn gewöhnliches Indigotin löse sich viel ausgiebiger 
in salzsäurehaltigem Chloroform, als in neutralem. Das ist sehr 
gut möglich, und ich möchte noch hinzufügen, daß die Rolle 
der Säure sich in diesem Falle nicht auf die alleinige Erhöhung 
der Löslichkeit zu beschränken scheint, denn gewisse Reobach- 
tungen legen den Gedanken nahe, daß die Wirkung einer auch 
nicht sehr konzentrierten Salzsäurelösung zu Erscheinungen 
viel komplizierterer Art führen könne, über die ich mich hier 
gegenwärtig aber nicht zu äußern habe. 
Aber selbst zugestanden, man könne sich nicht auf den 
Unterschied in der Löslichkeit der beiden Substanzen stützen, 
so hat das durchaus eine minimale Redeutung für die Frage 
nach dem Hemiindigotin. Ich glaubte auf die empirisch ge¬ 
fundene Tatsache der größeren Löslichkeit hinweisen zu müssen, 
habe ihr aber stets nur einen nebensächlichen Wert beigemessen. 
Die Chemiker haben ja von jeher so viele Abnormitäten gefunden 
in der Art, wie sich die Körper gegenüber von Lösungsmitteln 
verhalten, sodaß man sich mit solchen Unterschieden wohl nicht 
begnügen darf, wenn man die Identität oder Verschiedenheit 
zweier Körper feststellen will. Ganz anders verhält es sich nun 
aber mit der folgenden Erscheinung. 
V. Überführung der aus dem Urin mit Chloroform extrahierten 
'blauen Substanz in Indirubin. 
Im Jahre 1902 habe ich2) behauptet, daß die im Chloro¬ 
form angehäufte blaue Substanz sich unter gewissen Umständen 
*) Diese Zeitschrift, Bd. XLI, S. 31. 
2) C. R. Acad. d. Sciences, vol. CXXXIY, p. 470. 
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