Bauhaus-Universität Weimar

Über die Sekretionsgeschwindigkeit des Pepsins beim Hunde. 
Von 
R. O. Herzog*. 
(Der Redaktion zugegangen am 30. März 1904). 
1. An die Erforschung des biochemischen Geschehens 
kann die Forderung gestellt werden, daß für jeden Moment 
eines Vorganges vorausgesagt werden könne, was geschehen 
wird. Kennt man also die Gesetze, nach welchen die Reaktionen 
im Organismus verlaufen, und die Gesetze, nach welchen die 
Reaktiven des Organismus von ihm sezerniert werden, dann 
ist die Aufgabe (wTenn von den mechanischen Vorgängen ab¬ 
gesehen wird) theoretisch gelöst. 
Den Studien über die Sekretionsgeschwindigkeit der En¬ 
zyme, zumal bei einfachen Organismen, haben sich bisher große 
Schwierigkeiten in den Weg gestellt. In neuerer Zeit hat 
E. Ruchner1) Versuche über die Zymasebildung in der Hefe 
angestellt. 
Requemer liegt der Fall bei hochorganisierten Organismen, 
bei denen die lokalisierte Arbeitsteilung dem Experimentator zu 
Hilfe kommt. Durch grundlegende Versuche haben J. P. P awlo w2) 
und seine Schüler die Sekretion der Verdauungsdrüsen beim 
Hunde kennen gelernt. 
2. Im folgenden soll nur von der Absonderung des Magen¬ 
saftes die Rede sein. P. Chigin3) hat gezeigt, daß unter gleich¬ 
mäßigen Versuchsbedingungen die Untersuchung der Saftmenge, 
sowie der Verdauungskraft mit einer «beinahe physikalisch zu 
nennenden Genauigkeit» regelmäßig wiederkehrende Resultate 
*) S. Zymasegärung, S. 275 (1903). 
8) Arbeit d. Verdauungsdrüsen. (Wiesbaden) 1898. Im folgenden 
zitiert als P. 
3) Russ. Dissert. St.’ Petersburg 1894. Im folgenden zitiert als C.
        

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