Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Endprodukte der Pankreasselbstverdauung. (III. Mitteilung)
Person:
Kutscher Lohmann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17935/6/
Die Endprodukte der Pankreasselbstverdauung. III. 
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und mit Salzsäure zersetzt. Die Pikrinsäure wurde durch Äther 
entfernt. Die wässerige Lösung der in die Chloride übergeführten 
Basen wurde stark eingeengt. Da sie sich hierbei sehr dunkel 
färbte, wurde sie mit guter Tierkohle entfärbt und auf dem 
Wasserbade zum Sirup abgedampft. In einem mit Schwefel¬ 
säure und Kalistücken beschickten Exsiccator erstarrte der Sirup 
bald zu einer festen Kristallmasse. Nachdem dieselbe Salzsäure 
an die Umgehung nicht mehr abgab, wurde versucht, sie 
nach dem Vorgänge von Brieger1) durch Alkohol weiter auf¬ 
zuteilen. Sie wurde zu diesem Zweck im Exsiccator mit 
kaltem absoluten Alkohol übergossen.2) Nach einigen Stunden 
wurde der Alkohol abgegossen und durch neuen ersetzt. Dieses 
Verfahren wurde sechsmal wiederholt. Die Alkoholextrakte 
wurden vereinigt, der Alkohol verjagt und der nicht unbe¬ 
trächtliche Rückstand mit Wasser aufgenommen. Um daraus 
das Penta- und Tetramethylendiamin zu isolieren, gedachten 
wir die Pikrolonsäure zu benutzen. Dieselbe ist bekanntlich 
von Knorr und seinen Schülern zur Isolierung der Amine 
benutzt worden. Nachdem neuerlich Steudei3) gezeigt hat, 
daß Pikrolonsäure mit Histidin und Arginin, nicht aber mit 
Lysin schwerlösliche Verbindungen liefert, lag es nahe, die 
Pikrolonsäure zur Abtrennung des Penta- und Tetramethylen¬ 
diamins vom Lysin zu verwenden. Von vornherein ließ sich 
annehmen, es würden die beiden Diamine in ähnlicher Weise 
wie die Amine reagieren. Das ist nun in der Tat auch der 
Fall, die beiden genannten Diamine bilden mit Pikrolonsäure 
prachtvoll kristallisierende Verbindungen, die in Wasser und 
Alkohol nur schwer resp. gar nicht löslich sind. Über diese 
Verbindungen wird demnächst Herr Otori berichten. Danach 
mußte sich die Pikrolonsäure zur Gewinnung des Tetra- und 
Pentamethylendiamins eignen. 
Wir gingen daher weiter in folgender Weise vor. Aus 
- # 
L) Die Ptomaine, Berlin 1885—86. 
2) Heißer Alkohol löste die ganze Kristallmasse. Hat man nicht 
die Cholinfraktion vorher durch die Pikrate abgetrennt, dann versagt 
auch der kalte Alkohol. 
3) Diese Zeitschrift, Bd. XXXVII, S. 219. 
Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. XLI. 
22
        

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