Bauhaus-Universität Weimar

Kalorimetrische Faecesuntersuchungen. 
Von 
Dr. Hans Lohrisch. 
(Aus der I. inneren Abteilung des Friedrichstädter Krankenhauses zu Dresden. 
Oberarzt Prof. Dr. Ad. SchmMt.) 
(Der Redaktion zugegangen am 9. März 1904.) 
Die direkte kalorimetrische Brennwertsbestimmung organi¬ 
scher und anorganischer Substanzen ist eine physikalische Unter¬ 
suchungsmethode, welche bisher vorwiegend dazu benutzt wurde, 
die Brennwerte von Nahrungsmitteln und Heizmaterialien fest¬ 
zustellen. Die Bestimmungen werden mit Hilfe des Kalorimeters 
ausgeführt, welcher nach folgendem Prinzipe arbeitet: Die zu 
• • • • 
untersuchende Substanz wird unter einem Überdruck und Uber¬ 
schuß von Sauerstoff im luftleeren Raume verbrannt. Es wird 
dadurch erreicht, daß alle Elemente so hoch wie möglich oxydiert 
werden, sodaß die gesamte latente Energie des betreffenden 
Stoffes in Wärme übergeführt wird. Damit die entwickelte Wärme 
sich nicht im Raume verliert, wird sie gezwungen, sich in einem 
bestimmten Medium, nämlich in Wasser, auszubreiten. Die Er¬ 
wärmung des Wassers wird direkt thermometrisch gemessen 
und daraus die der Wärmeentwicklung entsprechende Kalorien¬ 
menge berechnet. 
Das Kalorimeter ist erst seit dem Jahre 1877 durch Stohmann1) 
bekannter geworden. Zu der Zeit, als Stohmann anting, sich mit ka¬ 
lorimetrischen Untersuchungen zu beschäftigen, existierte nur eine einzige 
diesen Gegenstand behandelnde Arbeit von Frankland2) aus dem 
Jahre 1866. Dieser arbeitete mit einem von Lewis Thompson für die 
Brennwertsbestimmung organischer Substanzen angegebenen Kalorimeter: 
Die Substanzen wurden im geeigneten Verhältnis mit Kaliumchlorat und 
Braunstein gemischt und in einer Kupferpatrone entzündet; die bei der 
Verbrennung entwickelten Gase durchströmten das Wasser des Kalori- 
p Über den Wärmewert der Bestandteile der Nahrungsmittel. Zeit¬ 
schrift für Biologie. Neue Folge, Bd. 13, 1895. 
2) Philos. Mag., Bd. 32, S. 182 (cit. nach Stohmann 1. c.)
        

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