Bauhaus-Universität Weimar

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Otto Kol in. 
VorsteiIungen Malfattis (loo. oil.) über die Kjeldahlsche 
Reaktion. Ihm diesen Verbindungen scheinen mir daher nicht 
zulrellend zu sein. Die Zersetzung des von ihm als Reispiel 
herangczogenen (luauidinsrist als eine reine* hydrolytische Spal¬ 
tung zu bezeichnen. für deren Stattfinden kein * Sauerstoff* und 
kein reduzierender Körper notwendig ist. (1INL(NH.,)., -j- 211.,0 
- ;> Nil . -(- ('.() ,). Die Schwefelsäure ist hier nur als ein kata¬ 
lytisches Reagens aiilzufassen, dessen Wirkungsweise durch 
intermediäre Reaktionen nach Ostwald oder nach Ne! zu 
erklären is'., Die Tatsache, dal» hei solchen hydrolytischen 
Spaltungen die Anlagerung des Wassers iti der Weise statt- 
lindet. dull das eine Spaltungsprodukt den Sauerstoff, das andere 
den Wasserstoff desselben aulnimmt, ändert nichts an dieser 
Anschauungsweise. 
Das praktische Resultat dieser Relrachtungsweise ist, dal) 
hei Kjeldahlsehen Slickstolfhestimmungen in den .oben¬ 
erwähnten einfachen Verbindungen und mehreren anderen der 
Zu-atz von Kaliumpermanganat auch in Lösung, wie Malfalti 
verschreibt, als unnötig, wenn auch nicht als schädlich be¬ 
trachtet werden mul». Dies entspricht nun meinen Krfahrnngen. 
wenigstens soweit es sich um llarusloll. Kreatin, Kreatinin 
und Harnsäure handelt. 
Anders verhält cs sich mit Mal fall is Überlegungen be¬ 
züglich der Anwesenheit wenigstens minimaler Mengen Wassers 
bei Slickslolfbeslimmimgen nach Kjeldahl. Über die Not- 
: wendigkeil desselben stimme ich mit ihm vollkommen überein — 
ohne Wasser lieine hydrolytischen Spaltungen. Nun enthält .ja 
•_>0 ccm konzentrierte Schwefelsäure wohl -immer genügende 
Mengen Wasser, um die in 100—-200 mg vorhandenen Amido- 
oder Imidogruppeii als Ammoniak abspalten zu können. Nichts¬ 
destoweniger habe ich es zweekmälJig gefunden, hei den oben 
erwähnten Verbindungen etwas \\ asser oder noch be.^MM 
wasserhaltige Kristalle hinznzulugen. 
In den folgenden mit Kreatinin ausgeführten Sticksloll- 
b(*stunmungeii wurden ahgewogem* Mengen mit 20 ecm IRSO, 
unter Zusatz von 2 g eines Sullatgemisches (10°/o Kuptcrsullät 
und <100 » Kaliumsulfat /*nlhaltend) erhitzt. Dieses Salzgemisch
        

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