Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über eine Reaktion im Harn bei der Behandlung mit Resorcin. (Erste Mitteilung)
Person:
Adler, Rudolf Oskar Adler
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17921/2/
Über eine Reaktion in. Harn bei der Behandlung mit Resorcin. I. 207 
derselbe Harn nach längerem Stehen bei Zimmertemperatur 
bei der gleichen Behandlung eine intensive Botfarbung. In 
Anbetracht dieser Tatsache lag nun der (iedanke nahe, daß 
nicht <‘in pathologischer Bestandteil des Harns, sondern ein 
allerdings im frisch entleerten normalen Harn nicht vor¬ 
kommender, sondern erst bei der Zersetzung des Harns ent¬ 
stehender Körper lur das Auftreten der Botfürbung verantwortlich 
zu machen sei. 
\\ ir stellten uns nun die Aufgabe, jenen Körper, welcher 
die Botfürbung verursacht, aufzulinden. Durch eine Beilie von 
Versuchen, die wir der Kürze halber übergehen, hat sich uns 
ergeben, dal) es die salpetrige Säure ist, welche im Harn 
beim Kochen mit Besorcin und Salzsäure die Botfürbung her¬ 
vor rit ft. 
Als Beweis hierfür spricht folgendes:. 
t. In Harnen, die bei der angegebenen Behandlung die 
Boifärbung aufweisen, iäfit sich stets salpetrige* Säure 
naohwoisen. Vertreibt man dagegen in diesen Harnen die 
salpetrige Säure durch Kochen mit einigen Tropfen einer Säure 
(Essigsäure, Salzsäure etc.),, so tritt die Botfürbung bei der 
Besorcinreaktion nicht mehr ein. 
— • i i is( h entleei te normale Harm*, m denen salpetrige 
Säure nicht nachweisbar war, zeigten bei der Besorcinreaktion 
keine Botfürbung: dagegen ergeben dieselben Harne nach längerem 
Stehen bei Zimmertemperatur eine deutliche Nitrit- und Besorein- 
reaklion. Versetzt man aberfrisch entleerten Harn mit Chloro- 
lorm, so treten di(;se Beaktionen auch nach längerem Stehen 
nicht ein. 
B. Versetzt man frischen llarn. der die Boifärbung bei 
der Besorcinreaktion nicht gibt, mit einer Spor Nitril, so ergibt 
derselbe eine intensive Botfürbung bei der Besorcinreaktion. 
Brößere Mengen Nitrit zugesetzt, zeigen nicht die gleiche 
Eigenschaft. 
Was die Besorcinreaktion anlangt, so führen wir dieselbe 
in folgender Weise aus: 
Ktwa 10 ccm Harn werden mit einer Messerspitze Besorcin 
""d etwa o ccm verdünnter Salzsäure versetzt. Hierauf wird
        

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