Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gallenuntersuchungen nach Phosphor- und Arsenvergiftung
Person:
Pilzecker, Alfons
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17918/18/
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Alfons Pilzecker, 
Die Zuckerproben waren auch hier, wie zu erwarten, 
gänzlich negativ. 
Überblicken wir den Gang der Stickstoffbestimmungen, 
so zeigt unsere Versuchsreihe folgendes Verhalten: Gleich die 
erste Bestimmnng — nach der zweiten Injektion — ergibt ein 
Ansteigen des Ges amt Stickstoffs fast auf das Doppelte des letzten 
normalen Wertes. Und gleichzeitig wächst der Stickstoff des 
Alkoholniederschlages auf mehr als das Dreifache des normaliter 
Gefundenen an. Dann aber gehen unter der Wirkung der dritten 
und vierten Injektion beide Werte bis zum Normalwerte herab. 
Von da ab findet ein Ansteigen statt, sodaß am Tage des Todes 
des Versuchstieres Zahlen gefunden werden, welche die hohen 
anfänglichen noch übertreffen. 
Wenn man Stadelmanns Angaben über den Anteil der 
Farbstoffe und der Gallensäure in der Galle nach Arsenver¬ 
giftung heranzieht, so müßte man sich vorstellen, daß die an¬ 
fänglich hohe Zahl für den Gesamtstickstoff erzielt ist, zu 
einer Zeit, wo die Eiweißabscheidung ein Plus von Eiweiß der 
Galle zuführt, wo aber das Gallensäuredefizit noch nicht be¬ 
gonnen hatte. Bilirubinvermehrung im Sinne Stadelmanns 
noch außerdem heranzuziehen, verbieten unsere Protokolle, die 
Galle wurde nicht dunkler, sondern eher heller. Nach der 
nächsten Injektion beginnt mit zunehmender Giftwirkung die 
bekanntlich bei Arsen besonders starke Abnahme der Gallen¬ 
säure, während gleichzeitig ein Plus von Gallenstoffen — wie 
unsere Protokolle besagen — noch nicht eingetreten ist. Daher 
geht die Stickstoffausscheidung durch die Galle herab. Endlich 
wird das durch die fehlenden Gallensäuren geschaffene Defizit 
durch vermehrte Bilirubinausscheidung ausgeglichen ; die Ei¬ 
weißausscheidung und damit zugleich die des Gesamtstickstoffs 
steigt wieder an. Ob diese Darlegung zur Erklärung der Zahlen 
unserer Tabelle genügt, ist fraglich; eine andere steht aber 
bei unseren bisherigen Kenntnissen nicht zur Verfügung. Ins¬ 
besondere sind die Stoffwechseluntersuchungen bei Arsen¬ 
vergiftung in ihren Besultaten zu unsicher und einander 
widersprechend, als daß sie hier mit Nutzen heranzuziehen 
wären.
        

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