Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die sogenannten Metallverbindungen der Eiweißkörper nach der Theorie der chemischen Gleichgewichte
Person:
Galeotti, G.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17897/14/
Über cl. sog. Metallverbindungen d. Eiweißkörper 
nach d. Theorie etc. 
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In dieser Hinsicht behauptete Mitscherlich, nachdem 
er eine Reihe von Bestimmungen des Gehaltes der gewöhnlichen 
Kupferalbuminate an Cu und H2S04 ausgeführt hatte, das ganze 
Molekül CuS04 vereinige sich mit dem Albumin ; diese Behaup¬ 
tung wurde aber dann bestritten von Rose, Lieberkühn und 
Harnack, die versicherten, bei der Bildung des Kupferalbumi- 
nates gehe eine Spaltung des Kupfersulfats in GuO und H2S04 
vor sich. 
Ich habe jedoch Mitscherlichs Experimente wiederholen 
wollen, indem ich gleichzeitig das CuO und die H2S04 (gut 
gewaschener) Niederschläge analysirte, die ich mit Eieralbumin 
erhalten hatte, dessen Gehalt an S ich vorher bestimmt hatte. 
In beiden Fällen behandelte ich mit HN03 und KN03 (im Gegen¬ 
satz zu Rose, der einfach einäscherte), um den ganzen S in 
der Form von Schwefelsäure zu erhalten. Wenn dies CuS04 
als solches im Niederschlag enthalten war, so mußte die gesamte 
gefundene H2S04 gleich sein der aus dem erhaltenen GuO be¬ 
rechneten Menge H2S04 plus der Menge der H2S04, die aus 
dem im Albumin enthaltenen S berechnet worden war. 
Ich muß zugeben, daß es mir bei verschiedenen Analysen 
nicht gelungen ist, eine genügende Übereinstimmung der Resul¬ 
tate in diesem Sinne zu erreichen (und halte es deshalb nicht 
für nötig, hier die numerischen Daten dieser Analysen an- 
zugeben), obgleich jedoch in jedem Falle sich mir eine be¬ 
deutend größere Menge H,S04 ergab als die, welche der S des 
Albumins allein mir hätte ergeben können. 
Deshalb kann ich die Frage nicht mit Sicherheit in dem 
von Mitscherlich ausgesprochenen Sinne entscheiden, glaube 
jedoch nicht zu irren, wenn ich, trotz der entgegengesetzten 
Resultate der oben erwänten Autoren, zu seiner Ansicht hin¬ 
neige. Diese doppelten Analysen, welche auf den ersten Blick 
leicht erscheinen, bieten indessen große Schwierigkeiten dar und 
verlangen sehr viel Zeit sowie eine außerordentliche Genauig¬ 
keit; deshalb mußte ich, obwohl die endgültige Lösung dieses 
Problems mich im höchsten Grade interessierte, dasselbe aus 
verschiedenen Gründen beiseitelegen, behielt mir jedoch vor, 
es von neuem ausführlicher und mit größerer Sicherheit zu
        

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