Bauhaus-Universität Weimar

Frz. Hupfer, Entgegnung an Dr. J. Weiß. 
315 
Die Entstehung der a-Pyrrolidincarbonsäure aus dem ein- 
fachsten bisher bekannten Gliede der Eiweißgruppe scheint 
mir ein bedeutendes Interesse zu beanspruchen. Ich habe 
trotzdem mit der Publikation gezögert, weil sich an diesen 
Befund weitere Fragen knüpften, die ich nach Darstellung 
neuen Materials zu entscheiden und in weiterem Zusammen¬ 
hang mitzuteilen hoffte. Leider ist es mir in den beiden folgenden 
Wintern 1901 und 1902 nicht möglich gewesen, Lachstestikel 
zu erhalten, und ich sehe mich daher in der Lage, meine vor 
drei Jahren gewonnenen Ergebnisse ohne die weiteren Aus¬ 
führungen mitzuteilen. 
Ich bin in Gemeinschaft mit Herrn Dr. Dakin mit der 
weiteren Untersuchung der Spaltungsprodukte der Protamine 
beschäftigt. 
Entgegnung an Dr. i. Weiß.1) 
Von 
Dr. Frz. Hupfer. 
(Der Redaktion zugegangen am 7. November 1903.) 
Herr Dr. Weiß versucht, die Verschiedenheit meiner,2) bei Ein¬ 
wirkung von Chinasäure auf den Organismus gefundenen Resultate gegen 
seine3) als auf individueller Eigenschaft meines Organismus beruhend, 
zu erklären. Ich habe nun diese Versuche an drei weiteren Personen, 
in verschiedenen Lebensaltern, mit Innehaltung genauester Stoffwechsel¬ 
kontrolle wiederholt und bin zu dem Ergebnis gelangt, daß in keinem 
Falle nach 20 g täglicher Chinasäureeingabe auch nur der geringste 
Einfluß auf Harnsäure konstatiert werden konnte. Da sich auch die Befunde 
von Förster4) und von Ulrici5) vollständig mit meinen Resultaten 
decken, so muß es wohl im Gegenteil als Anomalie des Weiß sehen 
Organismus aufgefaßt werden, wenn dieser nach eingeführter Chinasäure 
mit verminderter Harnsäureausfuhr reagiert. 
9 Weiß, Diese Zeitschr., Bd. XXXVIII, Heft 2, 1903. 
2) Hupfer, Diese Zeitschr., Bd. XXXVII, Heft 4, S. 302, 1903. 
8) Weiß, Diese Zeitschr., Bd. XXV, S. 393, 1898. Ebenda, Bd. XXVII, 
S. 216, 1899. 
4) Förster, Dissertât. Breslau 1900. 
5) Ulrici, Arch. f. exp. Pathol, u. Pharm., Bd. 46, S. 321, 1901.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.