Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Kenntniss der aus den Pflanzen darstellbaren Lecithine. (I. Mitteilung)
Person:
Schulze, E. E. Winterstein
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17872/2/
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E. Schulze und E. Winterstein, 
behandelt, die ätherische Lösung durch Schütteln mit Wasser 
unter Zusatz von etwas Kochsalz gereinigt und sodann einge¬ 
dunstet. Dabei verblieb eine bräunlichgelb gefärbte Masse, welche 
3,7 — 3,8 °/o Phosphor enthielt und allem Anschein nach haupt¬ 
sächlich aus Lecithin bestand: bei der Zersetzung durch sieden¬ 
des Barytwasser lieferte sie die Spaltungsprodukte des Lecithins, 
nämlich Cholin, Glyzerinphosphorsäure und Fettsäuren. Aus 
der Auflösung dieses als «Rohlecithin» zu bezeichnenden Pro¬ 
duktes in heißem Weingeist schied sich bei starker Abkühlung 
eine amorphe Substanz aus, welche die Eigenschaften des 
Lecithins besaß und 3,68 °/o Phosphor enthielt. 
Nach dem gleichen Verfahren hat später J. Stoklasa1) aus 
Haferkeimlingen Lecithin dargestellt. Das von ihm erhaltene 
Präparat, welches ebenfalls durch Abscheidung aus der stark 
abgekühlten weingeistigen Lösung gereinigt worden war, ent¬ 
hielt 4,23 °/o Phosphor und lieferte bei der Spaltung durch 
Barytwasser neben Fettsäuren etc. Cholin. Aus dem Steinpilz 
(Boletus edulis) erhielten E. Schulze und S. Frankfurt (loc. cit.) 
in der gleichen Weise ein Rohlecithin, welches 3,41 °/o Phosphor 
enthielt und bei der Spaltung durch Barytwasser die oben 
genannten Zersetzungsprodukte des Lecithins lieferte. Zu einem 
übereinstimmenden Resultate kamen E. Winterstein und 
J. Hofmanna) bei der Untersuchung von Agaricus campestris. 
Aus Roggen- und Gerstensamen erhielten E. Schulze und 
S. Frankfurt ein Rohlecithin, in welchem nur etwas' mehr 
als 2o/o Phosphor gefunden wurde; vielleicht schloß dieses 
Produkt neben Lecithin noch eine andere Substanz in beträcht¬ 
licher Menge ein. 
Wie aus den oben gemachten Angaben zu ersehen ist, 
gründet sich die zur Darstellung des Lecithins benutzte Methode 
auf die Tatsache, daß bei Behandlung gepulverter Samen oder 
anderer Pflanzenteile mit Äther ein beträchtlicher Teil des in 
diesen Objekten vorhandenen Lecithins ungelöst bleibt, aus dem 
Ü Sitzungsberichte der K. K. Österreich. Akad. d. Wissensch. in 
Wien, mathem.-naturwissensch. Klasse, Bd. 104, Abt. I, Juli 1895. 
2) Mitgeteilt in der Inauguraldissertation J. Hofmanns «Über die 
chemischen Bestandteile einiger Pilze», Zürich 1902.
        

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