Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Kenntniss der aus den Pflanzen darstellbaren Lecithine. (I. Mitteilung)
Person:
Schulze, E. E. Winterstein
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17872/19/
Beiträge zur Kenntnis der aus Pflanzen darstellbaren Lecithine. 119 
I. Stoklasa1) eine Zunahme des Lecithingehaltes. Max¬ 
well experimentierte mit Keimpflanzen der Schnittbohne 
(Phaseolus vulgaris), des Mais (Zea Mais) und der Baumwoll¬ 
staude (Gossypium); die von ihm untersuchten Keimpflanzen 
enthielten nach längerem Wachstum zwei- bis dreimal so viel 
Lecithin als die ungekeimten Samen, aus denen die Pflänzchen 
entstanden waren. Stoklasa fand noch, daß bei der Ro߬ 
kastanie und bei der Esche vollständig entwickelte Blätter in 
der Trockensubstanz doppelt so viel Lecithin enthielten als 
die Blattknospen und daß beim Hafer und bei Rüben das sich 
bildende Lecithinquantum in den Blättern bei vollständiger 
Entwicklung der Assimilationstätigkeit sein Maximum erreichte, 
woraus zu folgen scheint, daß das Lecithin sich mit der Bildung 
der Chlorophyllkörner vermehrt. Auch in diesen Fällen wurde 
der Lecithingehalt der Versuchsobjekte aus dem Phosphorgehalt 
der ätherisch-alkoholischen Extrakte berechnet. 
Es wird sich empfehlen, manche der im vorigen besprochenen 
Bestimmungen zu wiederholen, nachdem unsere Kenntnisse über 
die in den Pflanzen enthaltenen organischen Phosphorverbin- 
dungen durch neue Untersuchungen vervollständigt worden sind. 
Man wird u. a. zu prüfen haben, ob nicht die Anwesenheit der 
oben erwähnten gepaarten Phosphorsäure die quantitative Be¬ 
stimmung der anorganischen Phosphate in einer Pflanzensubstanz 
bedeutend erschwert. 
9 loc. cit., sowie Bull. Soc. China. Paris [8], Bd. 17, S. 520.
        

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