Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Liste 50. Katalog über Präcisionswagen & Gewichte für Wissenschaftliche und Technische Zwecke von Alb. Rueprecht & Sohn
Person:
Rueprecht, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17864/8/
ALB. RUEPRECHT & SOHN, WIEN IV./*., FAVORITEN STRASSE 25. 
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dem Gehöre und dem Gefühle markiert, in die Höhe, so wird das obere Plattengewicht von 
der Balkenzunge abgehoben, während das untere kleinere noch liegen bleibt. Dadurch wird 
jetzt der Wagebalken genau um das zehnfache empfindlicher gemacht, so daß jetzt nur mehr 
ein Übergewicht von OT g einen Ausschlag von wieder genau 10 Teilstrichen an der Skala 
ergeben muß, mithin in diesem Stadium jeder Teilstrich einen Wert von genau 001 g, d. i. 
eine Einheit der zweiten Décimale repräsentiert. Durch eine weitere Rückdrehung des 
Schlüssels wird auch das zweite Plattengewicht von der Zunge abgehoben und dadurch wieder 
die normale Empfindlichkeit der Wage hergestellt, in welcher die 3. und 4. Décimale einfach durch 
den Reiter zu bestimmen ist. 
Eine automatisch wirkende Sicherheitssperre macht den Gebrauch der beschriebenen Vor¬ 
richtung bei schwingender Wage unmöglich. 
Es sei noch ganz besonders darauf aufmerksam gemacht, daß der Vorteil dieser Ein¬ 
richtung nach kurzer Uebung deshalb ein ganz eminenter ist, weil die Stellung 
der Balkenzunge sofort und direkt die Anzahl der Einheiten der ersten, be¬ 
ziehungsweise zweiten Décimale angibt, die, um Gleichgewicht zu erhalten, 
noch aufzulegen sind und dadurch das wiederholte Probieren, wie es sonst bei einer normal 
so hoch empfindlichen Wage unvermeidlich ist, ganz entfällt. 
Eine weitere Ausbildung dieses Prinzipes ist der sogenannte Milligramm-Anzeiger (Abbildung 
No. 77), bestehend aus einem dritten kleinen Plattengewicht, das sich ebenfalls auf den Conus der 
Zunge auflegt und derart justiert ist, daß ein einseitiges Übergewicht von 10 mg auf einer Schale 
aufgelegt, einen Ausschlag von wieder 10 Teilstrichen an der Skala ergeben wird, mithin ein Teil¬ 
strich eine Einheit der dritten Décimale — also die Milligramme — repräsentiert. 
Dieser Milligramm-Anzeiger ist jedoch bei den eben beschriebenen Typen No. 1—4 nicht 
inbegriffen, weil man mit diesen schon bei Ablesung der zweiten Décimale gleichzeitig auch eine 
ziemlich genaue Schätzung der dritten Décimale hat, wohl aber bietet dieser Milligramm-Anzeiger 
bei den anderen feinen Wagtypen, insbesonders bei No. 9 und 10, deshalb einen nicht zu unter¬ 
schätzenden Vorteil, weil man auf die einfachste Weise die normale Empfindlichkeit von 0.1 oder 
0'05 mg auf nur 1 mg reducieren kann, um bei vorkommenden einfacheren Wägungen rascher aus¬ 
wiegen zu können, indem die Differenz in den an der Skala abgelesenen Teilstrichen gleichzeitig 
auch die Anzahl der Milligramme im Plus oder Minus ergibt. 
Auf besonderen Wunsch wird jedoch auch bei den vorgenannten feinen Typen No. 1—4 die 
Vorrichtung des Milligramm-Anzeigers mit angebracht und erhöht sich hiedurch der Preis der kleinen 
Wage No. 4 für 200 g um K 50.—, für die 3 größeren Typen von 600 g bis 2 kg um K 80.— 
Der zweite Teil des Konstruktionsprincipes dieser Wagen besteht in einem Mechanismus für 
automatische Auflage der Bruchgramm ge wichte von 0'5— O'Ol g aus Platin und 
Aluminiumdraht in der gewohnten Teilung von 0'5, 0'2, 0T, 0T,’0'05, 0'02, 0’01, O'Ol g, das sind 
zusammen nur 8 Stück Gewichte. Die Auflage dieser Bruchgrammgewichte erfolgt ebenfalls von 
außen bei geschlossenem Gehäuse. 
Dieser Apparat besteht aus einem Stativ mit 8 Führungsstangen, auf denen die Träger 
für die Drahtgewichte befestigt sind; ferner aus einer kleinen Zwischenschale, die als dünne, 
flache Platte zwischen dem Gehänge und der eigentlichen Wagschale hängt und durch deren 
8 Löcher die Träger für die Drahtgewichte durchgreifen. Diese Träger bestehen aus einem langen 
dünnen Conus, durch,welchen die Drahtgewichte, immer von selbst sich centrieren, während sie oben 
in einer kleinen Kugel enden, die es unbedingt verhindert, daß eines der Drahtgewichte durch 
zufälliges Abschnellen wegspringen könnte. Nach außen zu endet dieser Apparat in einer 
Tastatur, auf der die einzelnen Werte der Gewichte in kräftigen Ziffern ersichtlich gemacht sind 
Drückt man auf eine dieser Tasten, so geht der bezügliche Gewichtsträger nach abwärts und legt 
das aufliegende Gewicht auf die kleine obere Wagschale vollständig frei ab. Soll das Gewicht auf 
der Wagschale liegen bleiben, so wird durch denselben Fingerdruck, mit dem man die Taste 
niederdrückt, die Messinghülse derselben etwas gegen den Wagkasten zu geschoben, wodurch dann
        

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