Bauhaus-Universität Weimar

Über Thymonucleinsäure. 
Yon 
S. Kostytschew. 
(Aus dem physiologischen Institut in Heidelberg.) 
(Der Redaktion zugegangen am 5. August 1903.) 
Nachdem Mi es eher aas dem Lachssperma eine phosphor¬ 
reiche, eiweißfreie Substanz von sauren Eigenschaften dar¬ 
gestellt. und analysiert1) und Altmann die Anschauung be¬ 
gründet hatte, daß die Nucleine als Verbindungen solcher 
phosphorreichen Säuren — «Nucleinsäuren» — mit Eiweiß auf¬ 
zufassen sind,2) brachten die Untersuchungen von A. Kos sei 
einen Aufschluß über die chemische Natur dieser Körper. Schon 
früher hatte Kos sei einen Befund gemacht, welcher den bis 
dahin völlig unbekannten Ursprung des Hypoxanthins, Guanins 
und der verwandten Basen aufklärte und diese Körper als 
hydrolytische Spaltungsprodukte der Nucleine charakterisierte.3) 
Weiterhin wies er nach, daß sie aus den Nucleinsäuren hervor¬ 
gehen und daß auch die von Mies eher analysierte Nucleinsäure 
des Lachsspermas bei ihrer Spaltung diese Basen liefert.4) Dieser 
Befund war um so unerwarteter, als man bis dahin die Her¬ 
kunft des Hypoxanthins, Xanthins und Guanins in anderer 
Bichtung, nämlich im Eiweiß, vermutet hatte. Zu den weiteren 
Arbeiten Kossels diente hauptsächlich die Nucleinsäure der 
Thymusdrüse. A. Kossel und A. Neumann5) erhielten bei 
der Zersetzung derselben außer den bereits bekannten Nuclein- 
*) Vortr. d. naturforsch. Gesellsch. in Basel, Bd. VI, S. 138, 1874. 
2) Arch. f. Anatomie und Physiologie. Abt. 1889, S. 525. 
8) Diese Zeitschr., Bd. Ill, S. 284; Bd. IV, S. 290; Bd. VII, S. 8; 
Bd. VIII, S. 404; Bd. X, S. 248. 
4) Archiv f. Anat. u. Physiol., Physiol. Abt. 
5) Ber. d. dtsch. chem. Ges., Bd. 27, S. 2215.
        

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