Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Vorkommen und die Bedeutung des Cholins in der Cerebrospinalflüssigkeit bei Epilepsie und organischen Erkrankungen des Nervensystems, nebst weiteren Beiträgen zur Chemie derselben
Person:
Donath, Julius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17861/13/
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Julius Donath 
Brieger erst spät im Laufe der Fäulnis auftretende Neurin, 
welches dieser Forscher aus dem im ersten Anfang erscheinenden 
Cholin durch Abspaltung von 1 Mol. Wasser ableitet, konnte 
keine Analogie zu den Verhältnissen der Cerebrospinalflüssig¬ 
keit bieten. In der Tat fand auch Halliburton kein Neurin 
in derselben. Zu demselben Ergebnis gelangten Sowton und 
Waller1) auf physiologischem Wege; denn Neurin hebt das 
elektromotorische Vermögen der Nerven auf, Cholin dagegen 
nicht, desgleichen die Cerebrospinalflüssigkeit. Daraus folgern 
sie, daß diese kein Neurin enthält. — Doch würde ein Nach¬ 
weis des Neurins im Platinchloridniederschlag keine Schwierig¬ 
keit bieten, denn nach der Lösung des Cholinplatinchlorids in 
wenig Wasser würde das schwerlösliche Neurinplatinchlorid 
nebst dem Kalium- und Ammoniumplatin Chlorid Zurückbleiben. 
Die heiß wässerige Lösung dieser Salze, mit Schwefelwasserstoff 
zersetzt, filtriert, eingeengt, alkalisch gemacht und mit Chloro¬ 
form geschüttelt, würde das Neurin in das Chloroform über¬ 
treten lassen. 
III. Untersuchung des Harns und des Blutes auf Cholin. 
Zur Entscheidung der Frage, ob Cholin nach intracere¬ 
braler oder intravenöser2) Einverleibung in den Harn übergeht, 
trachtete ich eine Methode auszuarbeiten, welche den Nachweis 
von Cholin im Harn gestattet. Zu diesem Zweck ist Platin¬ 
chlorid wegen der großen Mengen, welche zum Fällen benötigt 
werden, ungeeignet, denn selbst der absolut alkoholische Auszug 
des Harns verbraucht viel davon, da viele darin lösliche und 
durch Platinchlorid fällbare Substanzen davon aufgenommen 
werden. Dagegen kommt man mit Phosphorwolframsäure zum 
Ziele: Der mit etwas Salzsäure angesäuerte Harn wird zur 
Trockne eingedampft, mit absolutem Alkohol ausgezogen, filtriert, 
wieder eingedampft, in Wasser aufgenommen, mit Salzsäure 
und wässeriger 10°/oiger Phosphorwolframsäure gänzlich gefällt, 
wobei gewöhnlich eine grünlich-violette Färbung entsteht. Dieser 
Niederschlag wird auf dem Filter mit salzsäurehaltigem Wasser 
gewaschen, hierauf der Niederschlag in ein hohes Becherglas 
fl Sowton and Waller, Journal of physiology, Supplement. 
2) Vgl. die folgenden Versuche.
        

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