Bauhaus-Universität Weimar

Hans Malfatti, 
kolben, gewöhnlich ohne Zusatz von Kupfersulfat oder Queck¬ 
silber, mit etwas weniger Schwefelsäure, als gewöhnlich Vor- 
geschrieben wird, verkocht, bis sie sich in eine ruhig siedende 
braune Flüssigkeit verwandelt hat. Dann läßt man den Kolben 
erkalten und fügt eine ausreichende Menge wässeriger Lösung 
von Kaliumpermanganat zu und erhitzt wiederum bis zur voll¬ 
ständigen Vertreibung des Wassers und voller Kntfärbung. 
Man kann also diese Durchführungsart der Kjelduhl-, 
bestitnmung verantwortlich machen für das (Idingen der Stick- 
stolfbestimmungen heim Kreatinin; ich mußte aber im vor¬ 
liegenden Falle auch an den F instand denken, daß ich, soweit 
ich midi erinnere, sowohl «las Kreatininchlorzink als auch das 
Pikrat stets samt dem Filter verarbeitet hatte. Die Beimengung 
eines leicht oxydablen Stoffes, wie Filtrirpapier oder Watte, 
konnte ja «lie Knergie .der Oxydation beeinflußt, vielleicht auch 
«lie Bildung eines flüchtigen stickstoffhaltigen Körpers verhindert 
haben. Ibesoin Bedanken entsprechen«!, wurden einige auf- 
klärcmle Versuche unternommen. 
Als Versuchsobjekt diente ein aus Harn dargestelltes 
Kreatinin, das infolge einer Kreatinbeimischung einen Stick-- 
sloffgdialt von durchschnittlich 82",«> zeigte. Um sicher ver- 
jgl«‘i<*hbar«* Zahlen zu erhalten, würde dasselbe zu den Ver¬ 
sehen als wässerige 10 «tige Lösung angewandt. Diese Lösung 
z«‘igle nach Dumas 82,< >—82,1—82,14°/« Stickstoff. Wurden 
nun (gewöhnlich) je 10 ccm «lieser Lösung nach Kjeldahl 
mit ScliwelVdsäure mit oder ohne Zusatz von Kupfersulfat 
verbrannt, wobei keine Färbung der Flüssigkeit auftrat, und 
daun nach «lern Abkühlen mit gepulvertem Kaliumpermanganat 
oxydiert. s<» ergaben sich die Werte: 27,8—28,0—80,88 bis 
81,8—81.0°'«, I lie letzte dieser Stickstoffzahlen wurde erhalten 
in ein«*m Versuch, bei welchem nur eine minimale Menge 
Permanganat zugesetzt worden war, der Wert 81.8°/« bei 
V«‘iläng«‘rung «1er Kochzeit auf fast eine Stunde ohne Knpfer- 
sullät. Bei Oxydation mit Kupfersulfat allein ohne Permanganat 
wurden 80.20ft « gefunden; bei Anwendung von metallischem 
Quecksilber jedoch «lie richtigen Werte 82.0 und 82,8 °/c. 
Fs wurde nun «lit» Kreatininlösung in den Kolben mit
        

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