Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der menschlichen Placenta fettassimilierende Funktion. (Vorläufige Mitteilung)
Person:
Hofbauer, J.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17853/6/
Der menschlichen Placenta fettassimilierende Funktion. 463 
Darmwand. Alt mann und Arnold schreiben diesen * Kurner¬ 
zellen * eine große Rolle im Prozesse der Fettassimilation in 
der Zelle zu (Anatom. Anzeiger, Bd. XVIII, Nr. 17, und «Über 
Fettkörnehenzellen», Vireh. Archiv, 163), und in meinem oben 
zitierten Vortrage hatte ich bereits darauf hingewiesen, daß 
derartige Zellen auch im Lumen der Chorionzottengefäße nach¬ 
weisbar wären. 
Daß bei Untersuchungen an Placemen späterer Schwanger¬ 
schaftsmonate gewisse Unterschiede gegenüber dem eben ge¬ 
schilderten Verhalten der Fettverteilung, entsprechend dem 
Schwund der Langhans-Schicht und der Verschmälerung des 
Syncytiumbelags, kenntlich sind, ist wohl einer besonderen 
Betonung überflüssig. Iler vorzuheben ist, daß Fett stets, auch 
bis zur völligen Reife der Placenta, vom Syncytium aufgenommen 
wird, von wo aus dasselbe insbesondere in die zeitigen Gebilde 
der Wandung der Gefäße gelangt und in das" Lumen derselben. 
Die vielfachen Berührungspunkte, die sich somit beim 
Studium der Aufnahme von Fett seitens der Chorionzotte und 
des Darmes ergeben, mögen zunächst, was die Fette betrifft, 
zugunsten der Ansicht Harveys sprechen, die Placenta sei 
ein Verdauungsorgan». Was die Verwertung der aufgenommenen 
Fette im Foetalleib anbelangt, so dürften dieselben verschiedenen 
Zwecken dienen : Zum Aufbau des Fettgewebes als solchen, zur 
Bildung vielfacher Gewebselemente, von denen wir nach den 
neuen Untersuchungen von Unna und Sa ta wissen, daß Fett ein 
wichtiger und regelmäßig vorkommender Bestandteil derselben 
ist (Zieglers Beitr., Bd. XXVII) zum Schutze der Eiweiß- 
Substanz vor Zerfall, indem die Fette nach erfolgter Oxydation 
mit ihrem calorischen Äquivalent einen Teil des Körperhaus¬ 
haltes decken. Die treibende Kraft, welche in der Darmzotte 
das aufgenommene Fett in die Abzugswege gelangen läßt, stellen 
die kontraktilen Bündel der Zottenmuskeln dar, die bei ihrer 
Kontraktion das Chylusgefäß erweitern (Graf Spec, Archiv 
f. Anat. von His 1885), bei der Chorionzotte müssen wir hier 
an die Gestaltsveränderungen des amöbengleichen Syncytium- 
mantels denken.
        

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