Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über den Einfluß von Protoplasmagiften auf die Trypsinverdauung
Person:
Kaufmann, Rudolf
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17852/6/
Einfluß von Protoplasmagiften auf die Trypsinverdauung. 439 
gelatineverdauenden Kräfte des Trypsins hervorzugehen scheint, 
so wurden die Versuche sowohl mit Fibrin als mit Gelatine 
angestellt. 
I. Fibrinversuche. 
Das in diesen und in allen übrigen Versuchen verwendete 
Trypsin ist von Dümmler in Wien bezogenes Grüblersches 
Trypsin. Die Fläschchen, in welchen dasselbe in den Handel 
kommt, enthalten die Angabe, daß «0,1 g gelöst in zirka 30 ccm 
alkalischem Wasser 8—10 g und mehr frisches Blutfibrin ver¬ 
dauen.» Die Trypsinlösungen wurden jeden Tag unmittelbar 
oder wenige Stunden vor dem Beginn jeden Versuches frisch 
bereitet, um eine Schwächung des Trypsins durch das Stehen 
in wässeriger Lösung zu vermeiden. Als Lösungsmittel diente 
in allen Versuchen l°/oige Natriumcarbonicum-Lösung. Alle Zu¬ 
sätze, wie Ghloroformwasser, Thymolwasser etc., wurden durch 
Schütteln der betreffenden Substanzen in l°/oiger Sodalösung, die 
Fluornatriumlösung durch Auflösung von Fluornatrium in Soda¬ 
lösung bereitet, die weiteren Verdünnungen der Trypsinlösung 
mit derselben Sodalösung hergestellt, so daß in allen Eprou¬ 
vetten, zu welchen Fibrin zugesetzt wurde, der Sodagehalt der 
gleiche war. Das Karminfibrin ist Grüblersches Karminfibrin, 
das vor dem Gebrauche ausgewaschen wurde. Die Fibrin¬ 
versuche sind durchweg im Brutofen bei 37° Temperatur aus¬ 
geführt. 
A. Versuche mit Toluol. 
In der ersten Versuchsreihe wurden die frisch bereiteten 
Trypsinverdünnungen mit einem Toluolsodawassergemenge ver¬ 
setzt und die Verdauungsversuche sofort nach der Mischung 
der beiden Flüssigkeiten begonnen. In einer zweiten Versuchs¬ 
reihe wurden die Trypsinlösungen durch 24 Stunden mit Toluol 
stehen gelassen und erst nach 24 ständiger Einwirkung des 
Toluols auf die Trypsin-Stammlösung die Verdünnungen her¬ 
gestellt und die Fibrinflocken eingelegt. Das Gemenge von 
Toluol und Sodalösung wurde in den Versuchen 1 und 2 derart 
hergestellt, daß 10 g Toluol und 90 g l°/oige Sodalösung ge¬ 
schüttelt wurden; von diesem Gemenge wurden je 5 ccm zu
        

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