Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über den Einfluß von Protoplasmagiften auf die Trypsinverdauung
Person:
Kaufmann, Rudolf
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17852/3/
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Rudolf Kaufmann 
stehen gelassen. Nach Ablauf dieser Zeiträume wurde die 
Mischung so verdünnt, daß sie eine 0,l°/ooige Trypsinlösung 
darstellte, und die Wirksamkeit dieser Verdünnung nach der 
von Fermi eingeführten Methode geprüft. Es wurden nämlich 
einige Kubikzentimeter dieser Verdünnung zu Gelatine zu¬ 
gesetzt, welche in Eprouvetten eingefüllt war, und nach 10 Tagen 
wurde die verflüssigte Gelatineschichte gemessen. Diejenige 
Mischung von Trypsin und Thymol, welche 48 Stunden lang 
gestanden war, bevor der Verdauungsversuch begonnen wurde, 
hatte in der erwähnten Verdünnung eine 10 mm hohe Gelatine¬ 
säule verflüssigt; diejenige Mischung, in welcher die Wirkung 
des Thymols auf Gelatine 10 Tage lang gedauert hatte, ver¬ 
flüssigte nur eine 1 mm hohe Gelatinesäule. Fermi und 
Pernos si heben daher unter den Resultaten, welche sie aus 
diesen Thymolversuchen und gleichen Versuchen mit anderen 
Substanzen ziehen, hervor, daß durch Thymol das Trypsin 
nicht zerstört wird, führen aber andererseits doch das Thymol 
nicht unter denjenigen Substanzen an, welche «zur Erhaltung 
des Trypsins am wirksamsten sind».*) 
Mitteilungen über die Wirkung des Thymols auf Speichel- 
diastase finden sich bei Schlesinger14) und bei Pugliese.8) 
In den Versuchen dieser Autoren hemmt das Thymolwasser 
die Wirkung der untersuchten Fermente, und bei Pugliese 
findet sich die Angabe, daß die Schädigung, welche das Speichel¬ 
ferment durch Thymol erfahrt, mit der Verdünnung des Speichels 
zunimmt. Nach E. Fischer schädigt Thymol Hefemaltase nicht. 
Treyer11) hat auch Thymol in den Bereich seiner Ver¬ 
suche einbezogen und ist zu dem Resultate gekommen, daß 
Thymol ebenso wie die anderen Antiseptica die Trypsin¬ 
verdauung hemmt. 
Die Verwendung des Fluornatriums als Antisepticum 
*) Die gleiche Verdauungskraft, wie die mit Thymol versetzte 
Trypsinlösung, besaß nach den angeführten Versuchen auch eine mit 
Wasser hergestellte und 48 Stunden, respek. 10 Tage stehen gelassene 
Trypsinlösung von gleichem Trypsingehalt. Der schädigende Einfluß 
des Wassers und des Thymolwassers wird auch an anderer Stelle her¬ 
vorgehoben. 14)
        

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