Bauhaus-Universität Weimar

Nachtrag zur Methodik der Indicanbestimmung im Harn. 357 
über die Bildung des Indicans1) diese modifizierte Methode 
befolgt hat. 
Die Frage, wann soll man die Harnfiltratferrichlorid- 
salzsäuremischung mit Chloroform ausschütteln, scheint indessen 
noch immer ein Streitpunkt zu sein, indem El ling er sich 
Wang anschließt und nur sofort dreimal zwei Minuten lang 
ausschüttelt, während er behauptet, daß man Verlust an Indigo 
hat, wenn die Mischung längere Zeit stehen bleibt. 
In einer früheren Mitteilung2) habe ich betont, daß man 
mit der letzten Extraktion wenigstens eine halbe Stunde warten 
soll, bevor dieselbe vorgenommen wird. Die dabei erwähnten 
Zahlen beziehen sich ausschließlich auf das, nach Waschen 
der Chloroformrückstände mit Ätheralkoholwasser, erhaltene 
reine Indigoblau und zeigen, daß die Oxydation bei Zimmer¬ 
temperatur erst nach längerer Zeit vollkommen ist, während 
man durch die verzögerte Ausschüttelung keinen Verlust an 
Indigo zu bedauern hat. 
Ich muß Filing er beistimmen, daß die Darstellung des 
Reagens aus festem Eisenchlorid und Salzsäure von 1,19 spezi¬ 
fischem Gewicht bei der Indigoblaubestimmung von großem 
Einfluß ist, da die Reaktion mit Salzsäure von geringeren 
Stärkegraden viel langsamer verläuft. Öfters färbt sich indican- 
haltiges Harnfiltrat nach dem Vermischen mit dem nach obiger 
Vorschrift bereiteten Reagens sofort schwärzlich und läßt 
sich das Indigo vollständig sofort in drei Malen ausschütteln. 
Das ist jedoch, auch nach Anwendung der stärksten Salzsäure, 
durchaus nicht immer der Fall. 
Nachdem ich längere Zeit nach der Ursache dieser Tat¬ 
sache gesucht hatte, zeigte es sich, daß die Bleifällung nicht 
ohne Einfluß auf diesen Vorgang ist. 
Ich habe z. Z. die Fällung mit Vio Volumen Bleiessig 
aus empirischen Gründen als praktisch verwertbar angenommen 
und empfohlen; d. h. ich habe angegeben, daß man nach dem 
Gebrauch dieser Menge von Bleisalz die störenden Substanzen 
fl Diese Zeitschr., Bd. XXXVIII, S. 525. 
2) Diese Zeitschr., Bd. XXX, S. 123.
        

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