Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntnis der Resorption der Eiweißkörper
Person:
Ascoli, M. L. Vigano
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17838/17/
Zur Kenntnis der Resorption der Eiweißkörper. 
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Oppenheimer aus ihren Beobachtungen dieselben Schlu߬ 
folgerungen. Wird ferner in Betracht gezogen, daß allen 
krystallisierten Giften, sowie allen Substanzen mit bekannter 
chemischer Konstitution die Fähigkeit abgeht, die Bildung von 
Antikörpern auszulösen, wodurch eine Beteiligung der bekannten 
krystallinischen Spaltungsprodukte bei der Präzipitatbildung mit 
Immunseris ausgeschlossen ist, so erscheint der oben aus¬ 
einandergesetzte Standpunkt als gerechtfertigt und sind dem¬ 
nach die bei Anwendung der biologischen Reaktion gewonnenen 
Resultate von demselben aus zu beurteilen : wird durch künftige 
Forschungen die chemische Natur der präzipitablen Substanzen 
näher präzisiert werden, so werden die angeführten tatsäch¬ 
lichen Befunde eine weitere Klärung und exaktere Defmierung 
erfahren. Wir dürfen demnach aus unseren Befunden schließen, 
daß genuine und denaturierte Eiweißkörper der 
Nahrung unter Beibehaltung wenigstens eines Teiles 
ihrer biologischen Merkmale, also entweder in un¬ 
verändertem Zustande oder in der Form ihrer inter¬ 
mediären Spaltungsprodukte, jedenfalls ohne vor¬ 
herige Zerlegung in krystallinische Abbauprodukte 
die Magendarm Schleimhaut passieren und in die 
Lymphe und das Blut übergehen können. 
An anderer Stelle16) wurde nachgewiesen und erörtert, 
daß zu diesem Übergange reichlich Gelegenheit vorhanden ist, 
da die Eiweißkörper der Nahrung unter natürlichen Bedingungen 
im lebenden Magen durch die Einwirkung der Verdauungssäfte 
ihre Fällbarkeit durch Immunsera nur langsam und allmählich 
einbüßen. Aber ebenso unzweideutig aus alledem geht hervor, 
daß eine solche Aufnahme stattfinden kann und auch tatsächlich 
stattfindet ; ebenso schwierig, ja vorläufig unmöglich ist es, auf 
Grund unserer Versuche den Umfang, in welchem dieselbe 
sich vollzieht, auch nur annähernd zu bestimmen. Wir müssen 
nämlich voraussetzen, daß mit dem Übergange jener körper¬ 
fremden Komplexe die weitere Umsetzung derselben gleichen 
Schritt hält, wissen wir doch, wie schnell das resorbierte 
Eiweiß im Körper verwertet wird. Auf Grund dieser Über¬ 
legung dürfte es ebenso verfrüht sein, anzunehmen, daß ein
        

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