Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Methodik der Bestimmung des Ammoniaks im Harne
Person:
Krüger, M. O. Reich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17826/5/
Zur Methodik der Bestimmung des Ammoniaks im Harne. 169 
Harnbestandteile eine zersetzende Wirkung unter Ammoniakbil¬ 
dung ausüben müsse. Um diese Zersetzung schärfer zum Ausdruck 
zu bringen, wurde die Temperatur des Heizbades auf 43° 
erhöht, während sie früher (s. Tabelle I) nur 35° betragen 
hatte. Auch bei dieser erhöhten Temperatur fielen die Resultate 
zunächst übereinstimmend aus, dann aber ergaben sich bei 
einem weitern normalen Harne stark differierende Zahlen: 4,85; 
4,45 und 6,5 ccm 1Iio N.-Säure. Der Destillationsrückstand 
von Versuch 3 (6,5 ccm) wurde noch zweimal mit 20 ccm 
Wasser destilliert. Im ersten Falle wurden 1,2 ccm, im zweiten 
1,1 ccm N.-Säure verbraucht. Aus der Übereinstimmung der 
beiden Zahlen 1,1 und 1,2 ergibt sich, daß diese Mengen 
Säure zweifellos nicht mehr zur Bindung präformierten 
Ammoniaks erforderlich waren, sondern sie weisen auf eine 
durch Magnesia usta bewirkte gleichmäßig verlaufende Zer¬ 
setzung stickstoffhaltiger Körper des Harns hin. An anderen 
Harnen wurde dieselbe Beobachtung gemacht. Von einer 
weiteren Verwendung der Magnesia usta mußte daher Abstand 
genommen werden. 
In derselben Weise wie bei Magnesia usta wurden die 
Versuche mit Kalkmilch und Barythydrat ausgeführt, selbst¬ 
verständlich an solchen Harnen, bei welchen mit Magnesia usta 
unbrauchbare Resultate erzielt waren. 
Zweimal je 25 ccm des Harnes wurden mit 10 ccm Kalkmilch 
und 15 ccm Alkohol bei 43° im Vacuum destilliert. Verbraucht wurden 
6,58 und 6,60 ccm V10 N.-Säure. Der eine Destillationsrückstand wurde 
dann noch zweimal nach dem Verdünnen mit je 10 ccm Kalkmilch und 
15 ccm Wasser bis zur Trockne destilliert. Es wurden verbraucht: 
0,15 und 0,04 ccm i/10 N.-Säure. 
Bei einem anderen Harne derselben Versuchsperson wurden in 
3 Bestimmungen für Ammoniak gefunden : 12,31 ; 12,26 und 12,26 ccm 
710 N.-Säure. Beim nochmaligen Destillieren des Rückstandes vom 
letzten Versuche wurden 0,02 ccm t/10 N.-Säure verbraucht. 
Die Versuche mit Barytwasser wurden in derselben Weise aus¬ 
geführt und deren Resultate durch Bestimmungen mit Hilfe von Kalk¬ 
milch kontrolliert. 
Harn Kalkmilch Barytwasser 
3 
2 
1 
12,61 und 12,43 ccm 
14,41 » 14,39 » 
0,71 » 0,76 » 
12,49 ccm 
14,28 und 14,26 ccm 
0,72 und 0,76 cm
        

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