Bauhaus-Universität Weimar

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M. Siegfried, 
Dieses II. Verfahren ist ebenfalls unrichtig, denn es beruht 
auf zwei falschen Voraussetzungen. 
Bei diesem Verfahren wird mit Ammonsulfat ausgesalzen 
und das Filtrat wie beim I. Verfahren mit Schwefelsäure ver¬ 
setzt und extrahiert. Kutscher und Steudel glauben, so 
die Phosphorfleischsäure und somit die nach der Ansicht der 
Verfasser vermeintliche Quelle der Bernsteinsäure entfernt zu 
haben. 
Die beiden falschen Voraussetzungen sind folgende: 
1. Daß außer dem Nucleon keine, Bernsteinsäure bei der 
Hydrolyse liefernde Substanzen Vorkommen oder wenigstens 
nicht solche, die durch Ammonsulfat nicht gefällt werden. 
Dies ist vorläufig nicht bewiesen, es ist daher mit der 
Existenz solcher Substanzen zu rechnen. 
2. Daß das Nucleon, die Phosphorfleischsäure, durch 
Ammonsulfat als solches ausgesalzen wird. 
Dies ist nicht der Fall.1) Schon durch R. Krüger2) ist 
es wahrscheinlich gemacht worden, daß -das Muskelnucleon 
durch Aussalzen mit Ammonsulfat zersetzt wird. Wie voll¬ 
ständig diese Zersetzung ist, zeigt 
Versuch IV. 
50 g Liebigs Extrakt, dasselbe, welches in Versuch I—III 
verwendet wurde, wurde in 500 ccm Wasser gelöst, mit sehr 
geringem Überschuß von Barythydrat von Phosphaten befreit, 
durch Schwefelsäure barytfrei gemacht, das Filtrat nach Neu- 
1) In einer Anmerkung, in der es Kutscher unternimmt, die 
Phosphorfleischsäure «endgiltig erledigen» zu wollen, macht Kutscher 
die Angabe, er habe aus den durch Ammonsulfat ausgesalzenen Massen 
Carniferrin dargestellt, welches «völlig identisch» mit dem echten Carni- 
ferrin Siegfrieds gewesen wäre, nur wäre bei seiner Darstellung die 
Beimengung der im Fleischextrakt präformiert vorhandenen Milchsäure 
und Bernsteinsäure vermieden. Kutscher gibt nicht an, auf welche 
Weise er sich die Überzeugung, der von ihm erhaltene Niederschlag sei 
«völlig identisch» mit meinem Carniferrin gewesen, verschafft hat. Solche 
nicht näher begründete Angaben wie «völlig identisch» sind wertlos. 
Aus dem oben Mitgeteilten geht hervor, daß Kutscher sich geirrt hat. 
2) Th. B. Krüger, Diese Zeitschr., Bd. XXVIII, S. 530.
        

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