Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beitrag zur Lehre des Einflusses der Kohlehydrate auf die Eiweißfäulnis
Person:
Simnitzki, S.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17818/10/
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S. Simnitzki, 
wichtigsten erscheinen, wie Phenol, Indol, Ammoniak, SH., und 
Merkaptan; außerdem wurde auch die Quantität der zur Ent¬ 
wicklung gelangenden flüchtigen und nichtflüchtigen Säuren 
bestimmt. Indem ich die Quantität des durch die Bakterien 
zersetzten Eiweißes bestimmte, hatte ich einen ungefähren 
Maßstab zur Beurteilung der Itensität der unter dem Einflüsse 
des Zuckers stattfindenden bakteriellen Zersetzung. Außerdem 
wurden je nach den Verhältnissen auch andere Produkte 
bestimmt, meistenteils qualitativ (Aldehyd, Bernstein- und 
Milchsäure - etc.). 
Die Versuchsordnung war folgende: In 2 Kolben (von 
je 2 1 Raumgehalt) wurden je 1100—1150 ccm Wasser ge¬ 
gossen; letzteres wurde so lange gekocht, bis in den Kolben 
nur noch 1 1 Wasser blieb, was durch einen an den Kolben 
angebrachten Strich bestimmt wurde ; hierauf wurden die 
Kolben mit Watte verschlossen und der Abkühlung über¬ 
lassen. Nach der Abkühlung wurden in die Kolben je 125 g 
ein und desselben feingehackten mageren Fleisches (ca. 25 g 
Eiweiß), je 20 ccm in Kälte gesättigte Natriumcarbonatlösung 
und in einen der Kolben eine bestimmte Quantität Zucker 
(12,5 oder 6,25 g) hineingebracht. Die Kolben wurden mit 
einer bestimmten Quantität (40 ccm) einer faulenden Eiwei߬ 
mischung (Impfmischung nach Salkowski: Practicum der 
physiologischen und pathologischen Chemie. Berlin 1900, 
S. 223) infiziert. Diese Infizierungsmethode hat viele Vor¬ 
züge, weil in diesem Falle, wenn man die Verhältnisse des 
Antagonismus im Wachstum der Bakterien, welche Eiwei߬ 
substanzen und Kohlehydrate resp. Zucker spalten, in Betracht 
zieht, eine Bakterienflora hineingebracht wurde, die augen¬ 
scheinlich eine größere Affinität zu Eiweiß besitzen muß. — 
Die Befolgung der oben geschilderten Maßnahmen leistete uns 
somit genügende Gewähr für den Vergleich der bei der Analyse 
erhobenen Befunde: der Infizierungsmodus, die Menge der für 
das Experiment verwendeten Substanzen, sowie die übrigen 
Versuchsbedingungen waren überall die gleichen, und der 
Unterschied lag nur darin, daß zum Inhalt des einen der 
Kolben Zucker zugesetzt wurde, während der andere Kolben
        

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