Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Wirkung des reinen Hundemagensaftes auf das Hämoglobin, resp. Globin. (Zweite Mitteilung)
Person:
Salaskin, S. Katharina Kowalevsky
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17806/3/
Über die Wirkung des reinen Hundemagensaftes etc. 
569 
Filtrat in eine krystallinische Masse. Der zwischen Fließpapier¬ 
blättern sorgfältig ausgepreßte und bei Zimmertemperatur ge¬ 
trocknete Niederschlag wog ca. 1,5 kg. Bei mikroskopischer 
Untersuchung fanden sich Leucinkugeln; die wässerige Lösung 
der Krystalle zeigte keine Millonsche Reaktion. Die erhaltenen 
krystallinischen Produkte wurden erst bedeutend später von 
Lawrow*) einer genauem chemischen Untersuchung unterworfen. 
Hierbei konnte er Leucin, Amidovaleriansäure, Asparagin- 
säure, Tetramethylendiamin und Pentamethylendiamin 
ausscheiden. Daß diese Produkte, wenigstens der größte Teil 
derselben, während der Selbstverdauung der Mägen entstanden 
waren, nicht aber in ihnen von vornherein enthalten waren, 
unterliegt unsrer Meinung nach keinem Zweifel; bezweifelt 
könnte nur die Frage werden, ob man auf Grund von Ver¬ 
suchen, in welchen es sich um Selbstverdauung des Magens 
handelt, auch dem Magensafte die Fähigkeit, Eiweißstoffe bis 
zu krystallinischen Produkten zu zersetzen, zuerkennen kann. 
Diese Zweifel sind durchaus begründete, da wir wissen, daß 
die Organe und Gewebe der sogenannten Autolyse unterliegen 
können, und bestärkt werden unsere Zweifel noch dadurch, 
daß zu Lawrows Versuchen nicht nur die Magenschleimhaut, 
sondern der ganze Magen verwandt wmrde.* 2) Jedenfalls aber 
gab Lawrows Arbeit den Anstoß zur Revision einer Frage, 
die bereits gelöst schien. 
Zuntz3) weist in seiner Arbeit «Über den quantitativen 
Verlauf der peptischen Eiweißspaltung» unter anderm darauf 
hin, daß schon ganz im Beginn der peptischen Verdauung ein 
bedeutender Teil des Eiweißstickstoffes durch Körper, welche 
keine Biuretreaktion zeigen, repräsentiert ist. «Allem Anschein 
nach», fügt der Verfasser hinzu, «stellen diese die Biuretreaktion 
nicht mehr gebenden Stoffe auch die Hauptmasse der bei inten¬ 
siver Pepsinverdauung gebildeten Endprodukte dar. Inwieweit 
dieser Befund die angefochtenen Angaben von Hoppe-Seyler 
*) Diese Zeitschr., Bd. XXXIII (1901), S. 312. 
2) Vgl. hierzu die Bemerkung Salkowskis, Diese Zeitschr., 
Bd. XXXV, S. 546. 
3) Diese Zeitschr., B. XXVIII (1899), S. 132.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.