Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bestimmung der Purinstoffe in tierischen Organen mittels der Methode des korrigierten Wertes
Person:
Burian, Richard J. Walker Hall
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17795/28/
Die Bestimmung der Purinstoffe in tierischen Organen etc. 363 
Siedehitze mit Schwefelwasserstoff, Natriumsulfid oder Salz¬ 
säure x) zerlegt und die resultierenden purinbasenreichen'Lösungen 
(eventuell nach Beseitigung des H2S) unter Anwendung aller 
Kautelen auf Biuretreaktion untersucht. Fast niemals kam 
eine solche zur Beobachtung, vorausgesetzt, daß die Vor¬ 
bereitung des Organauszuges für die Silberfällung korrekt 
durchgeführt worden war. Nur wenn so große Niederschlags¬ 
mengen verarbeitet wurden, daß ein hinreichendes Auswaschen 
sehr schwierig war, gab die durch Zerlegung der Niedershläge 
erhaltene Flüssigkeit mitunter erkennbare Biuretreaktion. Doch 
war die Intensität derselben auch in diesen Fällen sehr gering. 
Als Beispiel hierfür sei 
Versuch IX (Hall, Frühjahr 1901) angeführt. 620 g Kalbs¬ 
thymus. mit 6 Litern Schwefelsäure von 0,5 Volumprozent zersetzt und 
entsprechend weiter verarbeitet, lieferten eine sehr mächtige Hauptfällung. 
Eine Probe der letzteren wurde nach einmaligem oberflächlichen 
Waschen (mit sehr schwachem Ammoniak) durch einige Kubikcentimeter 
siedender verdünnter Salzsäure zerlegt; die so erhaltene Lösung zeigte 
lebhafte Biuretreaktion, gab bei Sättigung mit Ammonsulfat einen Nieder¬ 
schlag und lieferte (nach vorausgehender Neutralisation) mit Kochsalz 
und Essigsäure, sowie mit Essigsäure und Ferrocyankalium dichte, in 
der Wärme schwindende Trübungen. Während der Silberniederschlag 
somit vor dem gründlichen Auswaschen zweifellos nicht unbeträchtliche 
Albumosenmengen einschloß, gab er, nachdem er unter kräftigem Auf- 
wirbeln mit heißem Wasser gewaschen worden war, bei der Zer¬ 
legung mit Salzsäure eine Lösung, die nur spurenweise Biuret¬ 
reaktion zeigte. 1,1 g des vollständig getrockneten Niederschlages — 
ein Quantum, das der Elementaranalyse des Niederschlages (Vers. XVIH, 
S. 373) zufolge 0,1925 g N enthielt — wurde mit siedender verdünnter 
Salzsäure zerlegt und die filtrierte und neutralisierte Lösung auf 100 ccm 
aufgefüllt. Diese Flüssigkeit gab eine Biuretreaktion, die ganz unver¬ 
gleichlich schwächer war, als die einer 0,25°/oigen Wittepeptonlösung. 
Selbst nach Verdünnung auf das zehnfache Volumen zeigte die nun¬ 
mehr 0,025°/oige Albumosenlösung noch etwas intensivere Biuretreaktion 
als die aus der Silberfällung gewonnene Flüssigkeit.* 2) Die angewandte 
1) Vergl. Bruhns, Diese Zeitschr., Bd. XIV, S. 551. 1890. 
2) Es braucht wohl kaum hervorgehoben zu werden, daß bei der 
Ausführung der Biuretreaktion in der Zerlegungsflüssigkeit und in der 
Albumosenlösung genau die gleichen Bedingungen (bezgl. Alkalikonzen¬ 
tration und Kupfersulfatzusatz) hergestellt wurden.
        

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