Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Kenntnis der Zusammensetzung und des Stoffwechsels der Keimpflanzen I
Person:
Schulze, E. N. Castoro
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17787/4/
K. Schulze und N. Cas tore. 
wie diese Prozesse verlaufen. Es liegt nahe, zu vermuten, 
diili jene Produkte der Oxydation verfallen und daß das 
dabei als Abbauprodukt entstehende Ammoniak später für die 
synthetische Bildung der oben genannten Amide verwendet 
wird. Diese Hypothese* ist von E. Schulze schon vor mehreren 
Jahren in dieser Zeitschrift D ausgesprochen worden. Zu ihrer 
Stütze läßt sich zunächst {inführen, dal» in den Keimptlanzen 
Ammouiiik in kleiner Menge auftritt und dab nach einer, An¬ 
gabe lSuzukis1 2) nach Zuführung eines Ammoniaksalzes der 
Asparagingohalt der Pflänzchen sich vermehrt. Auch noch 
andere Versuche Suzukis3) scheinen für die Richtigkeit jener 
Vermutung zu sprechen. Der Genannte brachte Keimpflanzen 
der Gerste und der Sojabohne, die im Dunkeln erwachsen 
waren,'-.teils in einen sauerstoffreien Raum, teils lieb er sie 
unter Sauerstoffzütritt sich weiter entwickeln. Nur in letzterem 
Falle war eine Zunahme des Asparagingehalts nachzuweisen. 
Dies entspricht der Annahme, dab die Asparaginbildung in 
Keimptlanzen mit Oxydations Vorgängen zusammenhängt, An¬ 
dererseits wird angegeben, dab bei SauerstofTabsehlub in der 
intramolekularen Atmung Aspäragin gebildet wird.4) Diese 
Beobacht ung ist allerdings nicht unvereinbar mit dem Resultat 
der Versuche Suzukis; denn es ist möglich, dab beim Zerfall 
der Eiweibstolle eine gewisse Quantität von Asparagin direkt 
gebildet wird. Immerhin mub man es für wünschenswert 
erklären, zur-Prüfung der obigen Hypothese noch weitere Ver¬ 
suche anzustellen. Es liegt nahe, in den Keimpflanzen nach 
Stoffen zu suchen, die man als Oxydationsprodukte der 
beim Ei weibzerfall direkt entstandenen Substanzen ansehen 
kann. Ein solcher Stoff ist von E. Schulze früher schon 
aufgefunden worden: es wurde nachgewiesen, dab mit dem 
Fort schreiten des Wachstums der Keimpflanzen ihr Gehalt an 
Sulfaten sich vermehrt, und es konnte wahrscheinlich gemacht 
1) bd. XXIV. & s;5—sr». 
Rull. (lolirge of Agriculture. Imperial University. Tokyo. Vol. II. 
Xr. 7 ;tS‘»7xi. 
Kl)cndasell)st, Vol. IV. p. '01 ilU02. 
0 W. Pfr ff«* r. Ptlanzenpliysiologie, 2. Aullage. ltd. I. S. 401.
        

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