Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntniss der Serumglobuline
Person:
Freund, Ernst Julius Joachim
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17698/6/
112 
Ernst Freund und Julius Joachim. 
Die nach viermaliger Umfällung1) erzielten Lösungen 
van Ng I und Ng II wurden schliesslich einer 4—6 wöchigen 
Dialyse in strömendem Leitungswasser unterworfen, wobei in 
Folge der niederen Temperatur Füulniss hintangehalten wurde. 
Wenn auch mit diesem Vorgang trotz möglichster Sorgfalt 
beim Abpressen ein Verlust an Substanz unvermeidlich war, 
sahen wir uns doch- veranlasst, diesen Weg einzuschlagen, um 
möglichst reine Präparate zur Untersuchung zu erhalten. 
Nach längerer Dialyse stellte sich regelmässig die 
überraschende Thatsaehe heraus, dass sowohl bei der Eu¬ 
globulin- als auch bei der l’seudoglobulinfraction ein 
löslicher und ein unlöslicher Antheil zu finden war, 
während nach den früher erwähnten Angaben von Spiro 
zu erwarten gewesen wäre, dass die Euglobulinfraction 
bei der Dialyse ganz unlöslich werde, die Pseudo- 
glo h u fin fr actio n ganz ge löst blei be. 
Die naheliegende Annahme, dass es sich hierbei nur um 
Beimengungen benachbarter Fractionantheile handle, hat uns, wie 
erwähnt, veranla sst, den Vorgang der Fractionirung viermal zu 
wiederholen. Da sich hierdurch eine Aenderung des Befundes 
nicht ergab, sind wir darangegangen, die erhaltenen Sub¬ 
stanzen zu trennen, um sie isolirt einer eingehenden Unter¬ 
suchung unterziehen zu können. 
Nachdem wir uns überzeugt hatten, dass die Dialysale 
weder Ammoniak noch Schwefelsäure enthielten, wurde der 
lösliche Theil vom unlöslichen abiiltrirt, der letztere mit 
destillirtem Wasser so lange gewaschen, bis das Waschwasser 
keine Biuretreaction mehr gab, hierauf so lange mit 0,6'V figer 
Kochsalzlösung ausgezogen, als noch Eiweiss in Lösung ging, 
wobei sich wohl der grösste Theil löste, aber fast ausnahmslos 
noch ein mehr oder minder spärlicher, gelbbrauner Best von 
klebriger Beschaffenheit zurückblieb, der nunmehr in 0,2ö°;oiger 
Natriumcarbonatlösung2! aufgenommen wurde, in welche er 
vollkommen überging. 
l.) fu*i zwei — in den Tabellen ersichtlich gemachten — Fällen, 
welche pathologische Flüssigkeiten betrafen, geschah die Fällung nur.je 
einmal. 
auf wasserfreies Salz berechnet.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.